Eine Stimme für alle Menschen im Freiwilligendienst

Foto: Sportjugend NRW

Neben dem normalen Alltag beim Stadtsportbund gibt es für alle Freiwilligendienstleistenden drei ganz besondere Wochen im FSJ-Jahr: die Seminarwochen. „Seminar“ hört sich im ersten Moment nach trockener Fortbildung und endlosen Vorträgen an. Aber ich habe recht schnell gelernt, was es für mich wirklich bedeutet.

Seminarwochen: Wie Klassenfahrt – nur besser

Damit man sich ungefähr vorstellen kann, wie so ein FSJ-Seminar aussieht: Es werden 20 sich gegenseitig völlig fremde junge Leute, die alle ein FSJ im Sport machen, für eine Woche in einem Sport- und Erlebnisdorf zusammengeworfen. Dort werden dann unzählige Sportarten ausprobiert, Challenges gemeistert, Themen diskutiert und Spieleabende verbracht. Also im Prinzip wie eine Klassenfahrt – nur besser.
Als ich am ersten Seminartag in den Gruppenraum ging, schaute ich nur in fremde Gesichter. Alle wirkten neugierig, aber etwas angespannt. Und in jedem Kopf Fragen über Fragen: Mit wem werde ich mir ein Zimmer teilen? Mit wem werde ich zu Mittag essen? Mit wem habe ich wohl die meisten Gemeinsamkeiten?

Aber wenn so viele Menschen mit den gleichen Interessen zusammengebracht werden, kann das einfach nur funktionieren. Bei den meisten hat es ungefähr zwei Stunden gebraucht, bis das Eis gebrochen war. Man sprach über dieses und jenes, seine Einsatzstellen, seine Hobbys, seine Freizeit, seine Leidenschaften, seine Familie und irgendwie alles, was einen bewegte. Man machte zusammen Sport, spielte Spiele, ging spazieren und freute sich, eine Woche Pause vom Alltag zu haben. Spätestens bei den scheinbar endlosen Runden „Werwölfe“ am Abend wurde allen klar: Aus 20 Fremden ist eine richtige Gemeinschaft geworden.

Es war ein tolles Gefühl, Teil dieser neu geformten und spannenden Gemeinschaft zu sein. Und dann hieß es, dass von jeder Seminargruppe eine Sprecherin oder ein Sprecher gewählt wird. Als dieser hat man die Möglichkeit, sich mit den Sprechern aller anderen Seminargruppen auszutauschen, die Seminare mitzugestalten und seine eigenen Ideen für den Freiwilligendienst einzubringen. Für mich war schnell klar, dass ich das unbedingt machen möchte.
Sprecherin oder Sprecher der FSJler werden
So fuhr ich ein paar Wochen später auf das Sprecher- und Sprecherinnenseminar und auch hier war die Situation ähnlich: der erste Tag, auf den alle neugierig blickten. Auch hier ging es ganz schnell. Schließlich waren es wieder 20 Menschen mit den gleichen Interessen und diesmal mit dem Ziel, etwas zu bewirken. Also ging es in den Austausch und Diskussionen über all das, was uns als junge Freiwilligendienstleistende beschäftigt: Warum werden Freiwilligendienste so wenig wertgeschätzt? Wie können wir jungen Menschen in der Gesellschaft eine Stimme geben? Und besonders wichtig: Was können wir konkret tun? Denn als Sprecherin hat man die Möglichkeit, statt nur über Probleme nachzudenken, endlich zu handeln. Wir haben uns selbst und allen Menschen, die einen Freiwilligendienst im Sport machen, eine Stimme gegeben und bekommen so die Möglichkeit, gehört zu werden.

Vom FSJ profitieren

Weil wir wollen, dass so viele Menschen wie möglich von einem Freiwilligendienst profitieren können. Ob es die rund 100.000 Freiwilligendienstleistenden pro Jahr sind oder alle anderen, deren Leben vom FD beeinflusst wird. Kinder, die wir bewegen, Erwachsene, die wir unterstützen, alle Menschen, denen wir helfen.

Jeder Mensch, der einen Freiwilligendienst absolviert, ob im Sport, in der Kultur oder sonst wo, leistet einen wichtigen Beitrag, der allen zugutekommt. Aber um beim Sport zu bleiben: Laut einer Umfrage der Sportjugend NRW geben circa 96 Prozent aller FD-Leistenden im Sport am Ende ihres Einsatzjahres an, über sich hinausgewachsen zu sein.
Ich bin erst seit vier Monaten FSJlerin beim Stadtsportbund Aachen. Aber ich habe jetzt schon mehr mitgenommen, als ich zu Beginn erhofft habe. Ich habe unglaublich viele Menschen kennengelernt, neue Aufgaben bewältigt, etliche Kinder bewegt und Herausforderungen bestanden.

Und ich freue mich jetzt schon darauf, was die nächsten acht Monate bringen werden.

Text: Annika Lemke

Foto: Sportjugend NRW

Übrigens: Der Stadtsportbund sucht gerade neue FSJler!

Für den Zeitraum vom 1. September 2026 bis 31. August 2027 sucht der Stadtsportbund Aachen e. V. zwei junge Menschen für den „Freiwilligendienst im Sport“.
Die Vollzeitstellen richten sich an sportbegeisterte junge Erwachsene, die in der Geschäftsstelle des Dachverbandes der Aachener Sportvereine an einem vielseitigen Aufgabenspektrum mitarbeiten wollen.
Neben Seminaren mit anderen FSJlern aus NRW gehören der Erwerb der Übungsleiterlizenz und die Anleitung von OGS-Sportangeboten zu den Inhalten des einjährigen Engagements.
Die ausführliche Stellenausschreibung gibt es unter sportinaachen.de/der-stadtsportbund/aktuelles.

Bewerbungsschluss ist der 15. Februar 2026.

Hinterlasse einen Kommentar