Es sind noch zwei Tage bis zu Ellis zehntem Geburtstag. Ihre beiden Brüder zanken sich mal wieder in ihrem Zimmer, das sie sich zu dritt teilen müssen. Beim Streit reißen sie den Wolkenvorhang um Ellis Bett zu Boden. Da reißt bei Elli etwas anderes: der Geduldsfaden. Sie hinterlässt ihrer Mutter, die noch nicht von der Arbeit zurück ist, eine Nachricht, dass sie „dramatische Konsequenzen“ ziehen wird, wenn sie nicht zum Geburtstag ein neues Zimmer erhält. Kurzerhand geht sie mit ihrer besten Freundin Nursemin 24 Bananenkisten im Supermarkt holen. Natürlich ist ungewiss, wohin sie umziehen würde. Immerhin gibt es da so einen alten Bunker in der Nähe, von dem niemand weiß.
Elli heißt eigentlich Elizabeth – nach der Queen. Sie ist gleichermaßen klug und störrisch und wohnt in einem Plattenbau in der fünften Etage, wo sich das Leben vielfach im Innenhof der Betonbauten abspielt, mal abgesehen vom Supermarkt in der Nähe, Ulis Spätkauf und dem nahen Wäldchen. Selbsternannte „Sorgenbürger“ sorgen sich, dass „das Boot voll ist“, gleichzeitig stehen viele Wohnungen in der Platte leer. Ellis couragierte Mutter hält dagegen, sie ist alleinerziehende Schaffnerin mit Kindern von drei Vätern. Ellis Freunde heißen Nursemin, Farid, Mohammed und Bernhard.
Bis das fröhliche Geburtstagsfest in Ellis Wohnung alle zusammenbringt und es zwischen Mutter und Tochter auf dem Klo (!) zu einer liebevollen Umarmung kommt, müssen die rote Elli und ihre Bande im Bunker namens Buckingham Palace noch ein nicht ganz unspannendes Abenteuer bewältigen. Eine gelungene Milieustudie und ein an liebevoll gezeichneten Charakteren reicher, sprachsensibler Jugendroman in einem. Für Menschen ab neun Jahren.
Frauke Angel: Ein Zimmer für mich allein
Jungbrunnen, Februar 2024
17 Euro, ab 9 Jahren
vorgestellt von Martin Hungenbach, Inhaber beim Worthaus in Aachen-Burtscheid
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