Ein Besuch bei der Games Night der Öcher Meeples

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Foto: Birgit Franchy

Julia war mit zwei ihrer Kinder (5 und 7) bei der Games Night dabei. Ob das Event auch für Familien passt, erfahrt ihr hier. Der nächste Termin steht am 12. September 2026 an.

Etwa zehn Minuten vor 17 Uhr stehen zwei meiner Kinder (5 und 7 Jahre alt) vor der imposanten Dreifaltigkeitskirche. Um 17 Uhr soll hier eine Games Night des Vereins Öcher Meeples mit dem Themenschwerpunkt Fantasy stattfinden. Die Tür steht zwar offen, aber wir warten noch, um nicht bei den letzten Vorbereitungen zu stören. Kurze Zeit später tritt Tanja, eine blonde Frau mit Brille und die erste Vorsitzende des Vereins, heraus und bittet uns herein. Im großen Kirchengebäude sind einige Tische mit mehreren Stühlen aufgebaut. Vor der Empore steht ein großer Tisch mit vielen Spielen. In der Luft liegt der Duft von frisch gebackenen Waffeln, die man ebenso wie Getränke vor Ort kaufen kann. Zudem bietet Tanja bei der Begrüßung an, eine Sammelbestellung für Pizza aufzunehmen.

Foto: Julia V.

„Sucht euch einen Tisch aus, am besten einen kleineren. Noch habt ihr freie Auswahl“, sagt Tanja freundlich. Dass wir als Dreiergruppe die großen Tische nicht blockieren, erscheint sinnvoll. Mein Sohn steuert auf einen Tisch am rechten Rand im vorderen Bereich zu. Dann sehen wir uns die Spielauswahl an und suchen nach Kinderspielen. „Da ist das Spiel mit den Tautropfen. Das haben wir“, ruft meine Tochter und deutet auf „Mycelia“. Auch bei ein paar anderen Spielen stellt sie fest, dass wir sie zu Hause haben. Tanja hilft uns bei der Suche. „Ihr kennt aber viele Spiele“, sagt sie bei den wiederholten Ausrufen meiner Tochter. Auch wenn sie gerne eines der Spiele spielen würde, die wir zu Hause haben, möchte ich etwas anderes kennenlernen. Wir entscheiden uns erst einmal für „Das verrückte Labyrinth“, das wir zwar kennen – meine Kinder aus der Kita und ich aus der eigenen Kindheit –, aber zumindest nicht in der klassischen Version zu Hause haben. Beim Aufbau kommt ein anderes Mitglied der Öcher Meeples, erkennbar am schwarzen T-Shirt mit Meeples-Aufdruck in Gelb, auf uns zu. „Ich gehe davon aus, dass ihr bei dem Spiel keine Erklärung braucht“, meint er. Als ich das bestätige, sieht er nach, ob jemand an den anderen Tischen eine Erklärung benötigt. Die Spiele, die die Öcher Meeples zum Spielen zur Verfügung stellen, können bei Bedarf auch von ihnen erklärt werden. Meine Tochter spielt mit der Spardose, die auf dem Tisch steht und die Form eines Häuschens hat. „Wofür ist das?“, fragt sie und beäugt sie von allen Seiten. Ich bitte sie, das Häuschen stehen zu lassen, und erkläre, dass man dort Geld einwerfen kann, wenn man die Veranstaltung gut findet. Denn der Eintritt ist frei. Mittlerweile hat sich die Kirche gut gefüllt – mit erwachsenen Spielgruppen, Familien und einer Gruppe von Jungen, die sich vom Alter zwischen Kind und Teenager bewegen. Ein Vater scheint sie gebracht zu haben und vergewissert sich, ob er von allen die Handynummer hat, bevor er sich mit „Viel Spaß!“ verabschiedet. Die meisten der umliegenden Spieltische sind jetzt besetzt, und auf einigen haben die Meeples bereits Spiele aufgebaut, die dort erklärt werden. Als wir mit „Das verrückte Labyrinth“ starten, stelle ich fest, dass meine Tochter die Regeln in der Kita etwas anders gelernt hat. Es ist aber kein Problem für sie, nach den richtigen Regeln zu spielen. Im Spiel geht es darum, sich einen Weg zu auf Karten abgebildeten Gegenständen zu bahnen, indem man Plättchen im Labyrinth verschiebt. Mein Sohn sammelt schnell einen Gegenstand nach dem anderen von seinen Karten ein, während ich noch immer versuche, mir mithilfe der Schiebeplättchen den Weg zu der auf meiner Karte abgedruckten Eule zu bahnen. Ich hatte das als Kind irgendwie leichter in Erinnerung. Es dauert nicht lange, bis mein Sohn alle Gegenstände seiner Karten gefunden und das Spiel gewonnen hat. Verständlicherweise möchte er nicht, dass seine Schwester und ich um den zweiten Platz spielen, da er sonst warten müsste.

Beim erneuten Anschauen des Spieltischs stellen wir fest, dass weitere Spiele hinzugekommen sind. Ich greife nach einer grünen Schachtel mit der Aufschrift „Irrgarten der Magier“ und prüfe zunächst die Altersangabe. Das Spiel wird ab fünf Jahren empfohlen, also perfekt für uns. Ich frage bei den Meeples nach, ob uns jemand das Spiel erklären kann. Die Besitzerin erklärt sich direkt bereit und erzählt, dass sie das Spiel ganz neu hätten und dass es sehr schwer sei. Schon der Spielaufbau ist imposant. Zunächst werden Streben in die Ecken der Schachtel gesteckt, auf die ein durchsichtiges Dach gesetzt wird. Mein Sohn versteht den Aufbau sofort und ist ganz in seinem Element. Schließlich wird ein Magnet auf das Dach gelegt und ein Magier unter dem Dach mithilfe einer magnetischen Verbindung daran befestigt. Zwei Spieler steuern den Magier, einer oben, der andere unten durch den Irrgarten, um Gegenstände und dadurch Punkte zu sammeln. Das ist gar nicht so einfach. Bewegen sich die Spieler oben und unten unterschiedlich schnell, löst sich leicht die magnetische Verbindung. Dann muss der Magier erst wieder befestigt werden. Und das geschieht alles unter Zeitdruck. Der Spieler, der gerade nicht aktiv ist, behält dafür den Timer im Auge. Daran haben meine Kinder besonders viel Spaß. Dass wir das Navigieren durch das Labyrinth aber nicht so gut hinbekommen und erst wenige Gegenstände gesammelt haben, die einen Sieg in den verbleibenden Runden aussichtslos machen, frustriert meinen Sohn zunehmend. Genau in dem Moment kommt die Besitzerin des Spiels an unseren Tisch und fragt, wie es läuft. Ich erkläre ihr die Situation und sie erzählt tröstend, dass sie das Spiel weder mit ihren Kindern (4 und 9 Jahre) noch mit ihrem Mann gewonnen hätte. Vermutlich braucht es einfach ein wenig Übung.

Wir werfen einen letzten Blick auf die Spieleausleihe, werden aber nicht mehr fündig. Da die Zeit inzwischen fortgeschritten ist, beschließen wir, uns auf den Heimweg zu machen. Schließlich rückt auch die Bettzeit der Kinder näher.

Die Games Night, die mit über 100 Spielefans gut besucht war und die bis nach Mitternacht dauerte, hat uns sehr gut gefallen. Meine Kinder haben es genossen, auch mal mit Mama zu spielen, ohne ständig von der kleinen Schwester abgelenkt zu werden. Es war bestimmt nicht unser letztes Mal dort.

Am 12. September findet eine weitere Games Night mit dem Thema „Abenteuer & Entdecker“ statt und am Nikolauswochenende ganztägig ab 10 Uhr das „Wilde Würfel-Wagnis“ (W3) im Haus der Evangelischen Kirche in Aachen. Ich selbst kannte die Games Night noch aus meiner Zeit vor den Kindern. Dort haben mein Mann und ich Menschen kennengelernt, die gute Freunde geworden sind und mit denen wir heute noch gemeinsame Spieleabende veranstalten. Insgesamt ist es eine schöne Veranstaltung, die Jung und Alt an einen Tisch bringt.

Foto: Julia V.

Weitere Informationen:
oecher-meeples.org

Kommende Termine:

12. September ab 17:00 Uhr
Games Night „Abenteuer & Entdecker“
Dreifaltigkeitskirche/Juki Zollernstraße

5./6. Dezember ganztägig ab 10:00 Uhr
das „Wilde Würfel-Wagnis“ (W3)
Haus der Evangelischen Kirche in Aachen

Eintritt frei

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