Als ich meinen Kindern sage, dass wir heute zu einer Zaubershow gehen, sind sie voller Vorfreude und auch ein bisschen aufgeregt. Meine dreijährige Tochter hat sich zuvor ein Handy aus Lego gebaut. Sie hält es stolz in die Höhe und sagt: „Hier ist die Zaubershow drauf.“
Unser Ziel ist allerdings nicht die Aufnahme einer Show, sondern die Familienzaubershow im Black Table Magic Theater, die für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren empfohlen wird. Kurz nach dem Einlass in den in Schwarz gehaltenen Raum nehmen uns zwei freundliche junge Männer die Jacken ab, um sie an die Garderobe zu hängen. Mein Sohn hält seinen Zauberstab hoch, den er unbe-dingt von zu Hause aus seinem Zauberkasten mitnehmen wollte. Die Männer erklären ihm, dass er den gerne mit reinnehmen dürfe.
Wir werden weitergeleitet zur Theke, an der wir uns alle ein Getränk aussuchen können. Mit den Getränken steuern wir einen noch freien Tisch in der Ecke an. Meine dreijährige Tochter nimmt auf der Bank Platz. Nach kurzer Zeit behauptet sie, sie sei als Eule verzaubert worden, und bewegt ihre Arme wie Flügel. Das kommentiert sie mit: „Ich fliege jetzt zu Mama.“ Mein siebenjähriger Sohn und meine fünfjährige Tochter vergleichen immer wieder ihre Gläser, um festzustellen, wer schon mehr von dem Orangensaft getrunken hat, und wollen wissen, wann es losgeht, als die Gläser leer sind. Schon kurze Zeit später ertönt der Gong und das Publikum begibt sich auf die festgelegten Plätze. Meine mittlere Tochter ist nicht ganz zufrieden mit ihrer Sicht und klettert auf Papas Schoß. Nach ihrer Aussage sieht sie von dort nun viel besser.
Dann betritt Zauberer Tim Jantzen im karierten Anzug die Bühne und erzählt mehrfach, dass es bald losgeht. Er möchte das Publikum kennenlernen, indem jeder auf drei seinen Namen ruft. Außerdem übt er das Applaudieren mit dem Publikum und bringt es mit seiner humorvollen Art und gut platzier-ten Witzen zum Lachen. Er spricht auch einige Personen aus dem Publikum direkt an, zum Beispiel eine Frau, die nach seiner Auffassung ständig auf die Uhr sieht, und mehrere Kinder. Sie werden auch nach dem Alter oder Beruf gefragt, wobei das Alter vom Zauberer auch gerne falsch wiedergegeben wird. Als erstes Kind spricht Tim Jantzen den elfjährigen Pepe an und nennt fortan andere Kinder aus dem Publikum Pepe 2, Pepe 3 usw., wenn er mit ihnen spricht, auch wenn sie ihm vorher ihren richtigen Namen genannt haben.
Schließlich geht die Zauberei mit einem Klassiker los. Der Zauberer stopft ein rotes Tuch in die Hand und lässt es verschwinden, um es später aus seinen Mund zu ziehen. Dann sucht er einen Freiwilligen aus dem Publikum. Viele Kinder zeigen unruhig auf und schreien laut: „Ich!“ Sie sind sehr motiviert, auf der Bühne beim Zaubern zu helfen. Schließlich bittet Tim Jantzen den sechsjährigen Toni alias Pepe 2, blaue und gelbe Tücher für ihn zu halten. Als Toni seine Hand wieder öffnet, ist aus den ver-schiedenen gelben und blauen Tüchern ein buntes großes Tuch geworden. Es sieht aus wie der Stoff des Regenschirms, den der Zauberer vorher gezeigt und als Zauberstab anpriesen hat. Das ist auch Toni aufgefallen, und als Tim Jantzen nun den Regenschirm aufspannt, baumeln die gelben und blau-en Tücher von ihm herab, was besonders das jüngste Publikum verblüfft. Im weiteren Verlauf der Show lässt er einen winzigen Zauberstab mithilfe pustender Kinder aus dem Publikum zu einem riesi-gen, menschengroßen Zauberstab wachsen und präsentiert sein unsichtbares Tier namens Peta, das er von den Händen verschiedener Kinder zurück in die Papiertüte springen lässt. Auch wenn niemand Peta sehen kann, so kann man doch hören, wie er immer wieder zielsicher in der Tüte landet.
Nach der kurzweiligen und lustigen ersten Hälfte, bei der die Kinder viel gelacht und gerufen haben, ist Zeit für die Pause. Auf den Tischen stehen braune Keramikschüsseln mit Hanuta, Gummibärchen, Salzbrezeln, Salzstangen und Erdnüssen. Auch Schüsseln mit Ketchup und Mayo stehen dort. Für die Kinder werden außerdem noch Chicken- und Gemüsenuggets an den Tisch gebracht, während Getränke an der Theke geholt werden können. Unsere Kinder machen sich direkt über die Süßigkeiten her. Mein Sohn will von seinem Papa wissen, welche Tricks dieser durchschaut hat, und berichtet stolz, was ihm aufgefallen ist. Mein Mann erklärt ihm, dass die Tricks der Zauberer nicht verraten werden dürfen.
Dann wird der zweite Teil der Show eingeläutet. Meine Kinder fasziniert besonders die brennende Geldbörse des Zauberers. Einen anderen Trick, bei dem er in eine Box mit mehreren Klappen einen Würfel steckt, versuchen alle Kinder zu durchschauen. Das fordert Tim Jantzen auch heraus, indem er die Box mal nach links, mal nach rechts neigt und jeweils die Klappen der nach oben zeigenden Seite öffnet. Die Kinder hören scheinbar genau, wie der Würfel immer verrutscht, und sind umso erstaunter, als sich der Würfel beim Öffnen aller Klappen nicht mehr in der Box befindet.
Nach zweimal 35 Minuten Programm plus 20-minütiger Pause und einer kurzen Zugabe, die lauthals von den Kindern gefordert wird, ist die Show vorbei. Viele Kinder stellen sich danach noch an, um ein Autogramm des Zauberers zu holen. Auch meine Kinder gehen mit jeweils einer Autogrammkarte und dem Gefühl, einen schönen, unterhaltsamen Nachmittag erlebt zu haben, nach Hause. Auch ich als Mama fand die Show lustig und abwechslungsreich. Es gab viel Interaktion mit dem Publikum, was für viele Lacher gesorgt hat, sowohl von Kindern als auch Erwachsenen.
Weitere Termine für die Familienzaubershow sind am 03.05. und 07.06., wobei es jeweils zwei Shows am Nachmittag (13-15 Uhr und 16-18 Uhr) gibt. Tickets für die Show inklusive Snacks und Getränken gibt es für Kinder ab 29 Euro und für Erwachsene ab 39 Euro. Die Shows sind fast ausverkauft.
Black Magic Table Theater
Borngasse 30 / Kino Cineplex
Kapuziner Karree, 52064 Aachen
black-table.de
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