FSJ in Japan: Der Sommer ist da!

in Natur, Tiere, Nachhaltigkeit

Somit begann für mich eine Zeit, geprägt von schönem Wetter und noch schönerer Landschaft, aber zugleich auch deutlich anstrengenderen Arbeitstagen aufgrund der Hitze.
Momentan erleben alle Pflanzen einen rasanten Wachstumsschub und regelmäßiges Ernten steht auf dem Programm. Geerntet wurde so einiges: Salat, Bohnen, Tomaten, Auberginen und Paprika. Am größten war jedoch die Zwiebelernte mit knapp 10.000 Stück (im Winter gepflanzt). Für den Spätsommer bzw. frühen Herbst haben wir bereits viele Melonen, Kürbisse und auch Reis angebaut. Den Reisanbau fand ich besonders interessant. Meine Arbeitsstelle hat dieses Jahr das erste Mal Reis angebaut, deswegen war es nicht nur für mich eine neue Erfahrung! Mein Chef probiert immer wieder gerne neue Dinge aus – sei es handwerklich oder landwirtschaftlich – und hatte recht spontan beschlossen, dem Reisanbau einen Versuch zu widmen. Wie das Ganze ausgeht, werden wohl die nächsten Freiwilligen herausfinden. ;)
Auch meinen 19. Geburtstag habe ich hier gefeiert! Es wurde ein kleines Buffet vorbereitet – inklusive meines Essenswunschs Gyōza (gebratene Teigtaschen). Für alle Geburtstagskinder im Juni gab es außerdem eine selbstgebackene Torte. Auch wurden Gäste eingeladen, sodass wir insgesamt 25 Personen an dem Abend waren. Nachdem gesungen wurde und ich die Kerzen auspusten durfte, hatte ich noch einige nette Gespräche und ließ den Tag entspannt ausklingen.

Zwei Highlights vor dem Sommer

Noch bevor der Sommer richtig begonnen hatte, gab es zwei Events, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind – beide auf ihre eigene Art herausfordernd und genau das Richtige für mich.
Das erste war ein Tischtennisturnier in der nächstgelegenen Stadt. Mateo (der zweite Freiwillige aus Deutschland) und ich hatten uns wirklich lange darauf vorbereitet. Über Wochen hinweg trainierten wir täglich an der Einsatzstelle gemeinsam mit einem gleichaltrigen Schüler, der ebenfalls am Turnier teilnahm. Für den Sieg in einer einzigen Runde hat es am Ende jedoch nicht gereicht, das Niveau der Gegner war schlichtweg zu hoch. Alle Altersgruppen wurden gemischt, sodass man oft gegen Spieler antreten musste, die bereits über jahrelange Erfahrung verfügten.
Durch diese Mischung zeigten sich allerdings auch die verschiedensten Spielstile, und man wusste nie, was einen erwartete. Insgesamt hat mir das Turnier viel Freude bereitet – nicht nur wegen der sportlichen Herausforderung, sondern auch, weil man sich im Anschluss mit den Gegnern austauschen konnte.


Das zweite Event war der Familienmarathon. Hierbei waren fast alle Mitarbeitenden und Kinder der Arbeitsstelle beteiligt. Der Lauf dauerte ganze drei Stunden, und jedes Teammitglied lief (wie bei einem Staffellauf) jeweils zwei Kilometer. Die Stimmung war einfach großartig: Überall standen Menschen, die uns anfeuerten, Musik spielte – und man spürte richtig, wie alle Teams mit Begeisterung und Kampfgeist dabei waren. Es ging weniger um Leistung als vielmehr um das gemeinsame Erleben und den Spaß.
In naher Zukunft steht noch ein weiteres Tischtennisturnier an, das zugleich das letzte große Ereignis während meiner Zeit an der Einsatzstelle sein wird. Am 4. August endet mein Einsatz dort offiziell. Im Anschluss werde ich für drei Wochen durch Japan reisen, um mich zu erholen und neue Eindrücke zu gewinnen. Über diese Reise und meine Erlebnisse werde ich dann demnächst ausführlich berichten.

 

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