Einmal Superheld sein! Welches Kind träumt nicht davon, so zu fliegen wie Superman, wie Spiderman an Gebäuden zu schwingen oder so tolle Gadgets zu haben wie Iron Man – oder eben die Paw Patrol? Mit der Printen Patrol bringt das Theater 99 jetzt für die jüngsten Zuschauer ein ganz eigenes Aachener Superheldenteam an den Start, bei dem in guter Superheldenmanier direkt alles nicht ganz so läuft, wie es sollte …
Superheldensachen machen wie Feuer löschen, mit Superspeed zwischen zwei Orten hin- und herwechseln oder einfach mal mit einem Pinguin quatschen ist für die Kinder Roni (Lara Wolf) und Mati (Florian Seyl) ganz normaler Alltag. Die beiden arbeiten in der Rettungsstation Elisenbrunnen und helfen mit ihrem Superheldenequipment immer und mit Freude, wo sie nur können. Doch als Geschwindigkeitsstiefel, Dolmetschermaske und Superwasserpistole plötzlich ausfallen, war es das mit dem Superheldendasein … oder vielleicht doch nicht?
Das Zweipersonenstück spielt hauptsächlich in der Superheldenzentrale der beiden Kinder und lebt vor allem von den fröhlichen, verspielten Interaktionen zwischen den Schauspielern. Deren Dialoge fühlen sich dabei immer wieder verblüffend echt an und erinnern stark an reale Gespräche zwischen Kindern. Die Stimmungen wechseln schnell: Sie streiten und vertragen sich, sie ärgern sich und helfen einander. Vollkommen natürlich entfaltet sich auf der Bühne das ganze Spektrum einer kindlichen Freundschaft. Die Gesprächsthemen gehen dabei ganz selbstverständlich ineinander über: von Debatten über Schnecken, die vielleicht doch viel cooler sind, als es zunächst den Anschein hat, über spielerische Superheldeneinsätze bis hin zum Austausch von Geheimnissen.

Hat das Stück etwas mit der Paw Patrol zu tun?
Paw Patrol und Printen Patrol? Das klingt schon sehr ähnlich und kommt auch nicht von ungefähr. Die beiden Superheldendenkinder sind selbst große Fans der Hundeserie. Als sie dann im Laufe des Stücks einen Namen für ihr Superheldenduo suchen, vereinen sie einfach ihre beiden größten Leidenschaften: Printen und „Paw Patrol“ … boom, die Printen Patrol ist geboren! Ansonsten erzählt das Stück aber eine etwas entschleunigtere Geschichte als die beliebte Serie über die Fellnasen, in der jede Minute ein neuer Charakter in Schlamassel gerät. In der Inszenierung werden Themen auch einmal etwas länger und ausführlicher besprochen, da es hier nicht nur um das Retten, sondern vor allem um das Innenleben der Charaktere geht.
Mit Kindern für Kinder gemacht
Dass sich die Themen und das Auftreten der beiden Schauspieler so echt und nah an der Gedankenwelt von Kindern anfühlen, ist kein Wunder. Das Stück wurde nicht nur in Zusammenarbeit mit Theaterpädagogen entwickelt. Viele derjenigen, die an der Umsetzung des Stücks mitgewirkt haben, arbeiten auch regelmäßig mit Kindern in Kindergärten und Grundschulen an Theaterprojekten zusammen und haben gemeinsam mit ihnen die Themen erarbeitet, die die Kinder bewegen und interessieren. Ängste, etwas nicht zu können, die eigenen Stärken und die eigenen Schwächen, die Sorge, diese Schwächen vor anderen zuzugeben, Freundschaft und natürlich Paw Patrol. Viele dieser Eindrücke haben es ins Stück geschafft und auf diese Weise maßgeblich die Geschichte von Roni und Mati mitbestimmt, berichtet der für Text und Regie verantwortliche Luis Fraenkel. Mit vielen Aachener Referenzen gespickt, ist das Stück nicht nur thematisch, sondern auch geografisch direkt in der Lebenswelt der Kinder angesiedelt.
Eine Aufführung mit klarem pädagogischem Mehrwert
In der Aufführung erlebt man mit, wie sich die beiden Kinder Stück für Stück aus ihrer Verzweiflung herauskämpfen, keine Rettungsmissionen mehr übernehmen zu können. Dabei setzen sie sich erstmals mit der Frage auseinander, was einen Superhelden eigentlich ausmacht, und zugleich auch mit sich selbst: mit ihren Fähigkeiten jenseits übermenschlicher Kräfte, mit ihren eigenen Schwächen und damit, wie man am besten über diese spricht.
Bei ihren Überlegungen binden die beiden die Kinder im Publikum mit ein und ermutigen sie so, auch selbst mitzudenken. Generell ist das Stück immer wieder sehr interaktiv gestaltet. Das zeigt sich auch in den Songs. So hat der Rap (Martin Klinkenberg) „Ich schaff das, ich kann das“ nicht nur das Zeug, zur mutmachenden Hymne im Kinderzimmer zu werden, sondern auch eine eingängige Choreografie, die von den Kindern im Publikum fleißig nachgetanzt wird.
Das Stück gibt den Kindern abschließend vor allem eine einfache und schöne Botschaft mit auf den Weg: Jeder braucht mal einen Superhelden, und jeder kann einmal der Superheld für jemand anderen sein, auch ganz ohne Superheldenanzug oder magische Fähigkeiten!
Gedacht ist das Stück für Kinder im Kita- und Grundschulalter. Wir empfehlen es dabei besonders für größere Gruppen wie Grundschulklassen oder Kindergartengruppen, da es einen schönen Anlass bietet, einen Austausch zwischen den Kindern anzuregen, über ihre Gefühle und Sorgen offen miteinander zu sprechen. Dafür müssen die Gruppen nicht einmal ins Theater 99 kommen, sondern „Printen Patrol“ kann auch von Grundschulen und Kindergärten gebucht werden, damit Mati und Roni auch bei ihnen einmal zusammen mit den Kindern neu erkunden können, was es bedeutet, ein Superheld zu sein.
Theater 99
Gasborn 9, 52062 Aachen
Informationen zu den Vorstellungsterminen unter:
akut-theater99.de
Kontaktadresse für Interessierte Kindergärten und Grundschulen:
theaterpaedagogik@akut-theater99.de
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