Das neu gestaltete Papiermuseum in Düren

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Unter einem Papiermuseum konnten wir uns zunächst nicht viel vorstellen. Wir sind überrascht, wie modern die Räumlichkeiten gestaltet wurden, auch wenn das Museum insgesamt deutlich kleiner ist als erwartet.

Am Empfang erhält jeder Besucher ein Buch – natürlich aus echtem Papier –, das direkt unsere Neugier weckt. Es ist ein Buch, in dem wir selbst kreativ werden dürfen. Es enthält neben Informationen zum Beispiel Anregungen für Spiele sowie Faltvorlagen. Als wir die Ausstellungsräume betreten, sind die fünf Themenbereiche für uns nicht sofort erkennbar. Aber das macht nichts, denn man beginnt fast automatisch mit dem Bereich Geschichte(n) des Papiers und kann die weitere Reihenfolge beliebig wählen. Zudem befinden sich im Buch ein Grundriss sowie ein Kapitel zu jedem Bereich.

Wie wird Papier hergestellt? Die Antwort zum Anfassen erhält man jeden Sonntag von 13 bis 16 Uhr beim Papierschöpfen. Dabei wird zunächst Zellstoff im sogenannten Holländer, einer historischen Maschine, zu Faserbrei verarbeitet. Die Masse kommt in ein großes Wasserbassin. Da sich die Holzfasern schnell am Boden absetzen, müssen die Besucher gut rühren. Mit einem Schöpfsieb wird die Papiermasse abgeschöpft. Wer möchte, kann auch einen Rahmen mit Draht wählen, sodass später ein Wasserzeichen entsteht. Es ist gar nicht so leicht, das feuchte Papier am konvex geformten Gautschtisch gleichmäßig abzurollen. Aber so wird jedes Papier zu einem Unikat. Jetzt sind noch 80 % Wasseranteil enthalten. Daher kommt das Papier in eine Presse, wodurch ihm Wasser entzogen wird und es ohne den Zusatz von Leim reißfest wird. Zuletzt dürfen wir das noch feuchte Papier als Erinnerung mit nach Hause nehmen.
Das Museum wagt auch einen Blick in die Zukunft. Welche Rolle spielt Papier im digitalen Zeitalter? So werden beispielsweise die Eigenschaften neuartiger Papiere beleuchtet, und es wird das Thema Nachhaltigkeit vor allem im Bereich moderner Recyclingverfahren erläutert.

Als Museum für alle konzipiert, sind die Räumlichkeiten barrierefrei und auch für Sehbehinderte und Blinde durch Brailleschrift, Bodenleitsystem, Hörstationen und einige Exponate zum Anfassen gut geeignet. Empfehlenswert ist das Museum für Kinder ab dem Grundschulalter. Uns ist besonders aufgefallen, dass sowohl junge als auch ältere Besucher die Texte sehr intensiv gelesen und gehört sowie an den Versuchsstationen alles ausprobiert haben. Man sollte etwas 1,5 Stunden für den Besuch einplanen.
Direkt nebenan befindet sich das Leopold-Hoesch-Museum mit wechselnden Kunstausstellungen. Es werden auch Kombitickets angeboten.

Preise: Erwachsene: 4 Euro
Schüler, Auszubildende und Studierende: 3 Euro
Kinder unter 6 Jahren: frei
Familienkarte: 8 Euro

Öffnungszeiten: Di bis So und an Feiertagen: 10:00 bis 17:00 Uhr, Do zusätzlich von 17:00 bis 19:00 Uhr, Mo geschlossen

Papiermuseum Düren
Wallstraße 2-8, 52349 Düren
02421 2525610
papiermuseum-dueren.de



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