Buchtipps: Wald & Bauernhof

in Medien

Tipps aus dem Worthaus in Aachen: „Das wahre Leben der Bauernhoftiere“, „Tom und der Waldschrat“, „Mein Sach- und Mach-Wald-Buch“ und „Käuzchen gesucht! Das Memo-Spiel für Wald-Liebhaber“.

Lena Zeise: Das wahre Leben der Bauernhoftiere

Von meinem Lieblingskinderbuchverlag Klett Kinderbuch gibt es seit kurzem ein informatives Sachbilderbuch für Kinder ab sieben Jahren über Tiere auf dem Bauernhof. Genauer geht es hierin um die Frage: Wie leben die klassischen Bauernhoftiere, Schwein, Rind, Schaf, Ziege und Huhn im Jahr 2021 auf den Bauernhöfen?

Es gibt heute zwei Arten, Tiere zu halten: die konventionelle und die biologische Haltung. Die biologischen Bauernhöfe machen nur einen kleinen Teil der Landwirtschaft aus. Dort haben Tiere mehr Platz und Auslauf. In konventionellen Betrieben nennt man die Tierhaltung intensiv, man spricht auch von Massentierhaltung. Was glaubt ihr, wie viele Hühner in Deutschland gehalten werden? Es sind 150 Millionen. Sie machen den Großteil der über 200 Millionen Nutztiere in Deutschland aus. Zum Vergleich: In Deutschland leben derzeit circa 83 Millionen Menschen.

Über die Art der Haltung wird in Bezug auf die verschiedenen Tierarten im Buch viel Wissenswertes gesagt, ebenso darüber, wie der Transport vonstattengeht. Der Schlachthof wird nicht ausgespart: Auf biologisch betriebenen Höfen werden die Tiere größtenteils ganz genauso geschlachtet wie die aus konventionellen Betrieben. Nur Nutztiere, die ganzjährig auf der Weide gehalten werden, dürfen auch dort getötet werden. Das geschieht aber heute nur selten.

Nutztiere heißen sie, weil wir sie für unser Essen und Leben nutzen. Die Produkte, die daraus hergestellt werden, sind auch abgebildet: Milch, Joghurt, Butter, Käse, Wurst, Salami, Gummibärchen, Schokolade und Plätzchen. Am Ende des Buchs stellt die Autorin euch die Aufgabe, einen Tag lang herauszufinden, wo alles herkommt, was auf eurem Teller liegt, aus welchen Zutaten es besteht und aus welchen Ländern und von welchen Höfen es stammt.

Bei der Gegenüberstellung von konventioneller und biologischer Tierhaltung wird versucht, keine Wertung vorzunehmen und beide Möglichkeiten nebeneinander vorzustellen. Allerdings gibt es auch keinen optischen Wohlfühlfaktor: Es sieht im Buch jedenfalls anders aus als in einem Klappwimmelbilderbuch mit Heile-Welt-Bauernhof, auf dem die Tiere gerne über die Wiese verstreut in Tierfamilien gruppiert sind. So sind auch die Zeichnungen fotorealistisch, die sonst vorwiegende Farbe Grün ist zuerst kaum zu finden. Fazit: ein ungewöhnliches Buch, das sich was traut, typisch Klett Kinderbuch. Es ist nominiert für den diesjährigen Kinder-/Jugendliteraturpreis in der Sparte Sachbuch.
Lena Zeise (Text und Ilustration): Das wahre Leben der Bauernhoftiere
Klett Kinderbuch, 2020
16 Euro
ab 7 Jahren

Waldschrat, Memory und Kunst mit Wald

Tom hat überhaupt keine Lust, mit seinen Eltern spazieren zu gehen. Und sobald seine Eltern um eine Ecke verschwunden sind, zieht er sein Handy aus der Tasche und vergisst die Welt um sich herum. Dabei merkt er nicht, wie er immer tiefer im Wald verschwindet, bis er sich schließlich völlig verlaufen hat.
Doch im Wald ist noch jemand unterwegs, der kleine Waldschrat. Er tobt und ist gerade ziemlich wütend, weil er schon wieder einen großen Berg Müll im Wald entdeckt hat. Da trifft er auf Tom. Tom sieht so traurig und einsam aus, dass er ihn mit zu sich nach Hause nimmt. Tom freundet sich mit dem Waldschrat und den Tieren des Waldes an, und gemeinsam setzen sie Toms Plan um, wie sie die Menschen aus dem Wald fernhalten können.

„Tom und der Waldschrat“ ist ein tolles Bilderbuch für Kinder zwischen fünf und zehn Jahren mit lustigen begleitenden Bildern der Wahlaachenerin Mele Brink. Zum Vorlesen und Selberlesen immer dann, wenn wir Lust haben, es uns zu Hause gemütlich zu machen und in den Wald zu träumen.

Ihr wollt lieber in den Wald? Sehen, wie die Tiere leben, den Wald riechen, spüren, sehen, erleben? Dabei kann euch „Mein Sach- und Mach-Wald-Buch“ (ab fünf Jahren) begleiten. Dieses Buch stellt auf Fotos das Leben einzelner Tiere und Pflanzen lebensnah dar. Bei den Bastelanleitungen im Buch musste ich an die Grenzkunstroute „Fragil“ denken, die zurzeit am Grenzübergang Köpfchen zum Walderleben lockt. Verschiedene Künstlerinnen und Künstler haben dort ihre Kunstwerke im Wald installiert und laden zu einem besonderen Waldspaziergang ein. Gegen Ende der Runde gibt es eine Waldwerkstatt – einen abgegrenzten Bereich, in dem aus Waldmaterialien Kunst geschaffen werden kann: eine tolle Idee für Bastelkinder. Und bei „Drinnenwetter“ kann dann doch der Klopapierrollenwald aus dem Buch gebastelt werden, und ein eigenes Kinderzimmer-Kunstwerk entsteht. Toll ist auch das dazu passende Memory-Spiel mit Waldbildern aus dem Buch. Bestimmt würden damit auch gerne Tom und der Waldschrat spielen …

Claudia Mende (Text), Mele Brink (Illustration): Tom und der Waldschrat
Verlag Edition Pastorplatz aus Aachen, 2015
17,50 Euro
ab 5 Jahren

Mein Sach- und Mach-Wald-Buch
klein & groß Verlag, 2020
14,95 Euro
ab 5 Jahren

Käuzchen gesucht! Das Memo-Spiel für Wald-Liebhaber
klein & groß Verlag
14,95 Euro

Empfehlungen von Lara Weißbach, Buchhändlerin im Worthaus, Aachen-Burtscheid

Hinterlasse einen Kommentar