Allein als letztes Überbleibsel einer vergangenen Zeit steht die Eiche auf dem Mittelstreifen zwischen den beiden Fahrbahnen der A58 nahe Breda (Niederlande). Rechts und links rasen jeden Tag Tausende Autos an der alten Eiche vorbei. Verbunden ist sie mit der Welt durch ihr Wurzel_Weit_Web, auch Wurzelchor genannt. Dieser weiß über alles Bescheid. Besuch bekommt die alte Eiche regelmäßig von einem frechen Eichelhäher. Dem jungen Vogel erzählt sie aus früheren Zeiten. Die Eiche altert friedlich auf ihrem Mittelstreifen, hört den Gesprächen aus den im Stau stehenden Autos zu und wundert sich über die stetige Eile der Menschen. Bis hin zu dem Tag, an dem das Gerücht zu ihr dringt, dass auch sie bald gefällt werden soll.
Die Geschichte wird aus der Sicht des Baumes erzählt, der neben Kriegen und der Abholzung eines Waldes auch königliche Feste erlebte. Durch die philosophische alte Eiche und den frechen Eichelhäher wirken die Gespräche zwischen den beiden wie die Gespräche zwischen einem neugierigen Kind und seinem weisen Großvater. Das ganze Buch ist eine wundervolle Geschichte über die Schönheit der Natur und Freundschaft, begleitet von vielen Informationen über Bäume. Außerdem regt sie auch zum Nachdenken an über unser Verhalten mit der Natur. Ein Buch, das nicht nur eine Geschichte für Kinder ab neun Jahren bietet, sondern für jeden.
Bibi Dumon Tak, Marije Tolman (Illustr.): Die Eiche und der Federschopf
Gerstenberg Verlag, Juni 2022
16 Euro · ab 9 Jahren
vorgestellt von Sarina Holtrup, Azubi beim Worthaus in Aachen-Burtscheid
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