„Damit versuche ich die Welt ein bisschen lustiger und gleichzeitig etwas ökologisch Sinnvolles zu machen.“ Das sagt Sebastian Everding über sein Projekt, den Bienenfutter-Automaten. Der Dortmunder funktionierte einen ehemaligen Kaugummi-Automaten, wie es sie früher an vielen Hauswänden gab, um. Statt bunten Süßigkeiten kann man dort nun für 20 oder 50 Cent Samenmischungen für Wildblumen ergattern.
Dabei besteht der Automat aus einem zweiteiligen Gehäuse; rechts findet man eine mehrjährige Spezial-Blühmischung für mehrere Wild- und Honigbienen (Aussaat ab April) und das linke Fach enthält einjährige Blütensamenmischungen.
Zu geeigneten Plätzen für die Aussaat der Samen zählen der eigene Garten, Blumenkästen auf dem Balkon, aber auch brachliegende Grundstücke oder Grünflächen.
Mittlerweile ist aus der kleinen Idee ein richtiges Netzwerk entstanden; auf der Website bienenautomat.de werden die Automaten für ganz Deutschland zum Kauf angeboten. Das passende Futter kann man auf bienenretter.com bestellen, wobei es insgesamt 2 unterschiedliche Saatmischungen, im Herbst noch zusätzlich Krokusknollen, gibt. Dabei wird die Füllware zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt und die Einnahmen kommen unter anderem dem Bienenretter Bildungs- und Ökologieprojekt des gemeinnützigen Vereins FINE e. V. (Frankfurter Institut für nachhaltige Entwicklung) zugute.
Leider bestehen die Kapseln, in denen das Futter ausgegeben wird, derzeitig noch aus Kunststoff. Bisher konnte noch keine umweltfreundlichere Alternative gefunden werden, auch weil die Technik der 70-Jahre Automaten nur mit einem sehr festen Material auskommt. Allerdings werden die Verpackungskapseln mehrfach verwendet; so können diese nach dem Öffnen und der Aussaat in Rückgabe-Behälter neben dem Automaten geworfen werden. Die Sammlung der leeren Dosen wird dann zurückgesendet und wieder befüllt.
Standort noch offen
Inzwischen ist das Projekt auch in der Städteregion angekommen. Die ÖDP Aachen setzte zum Start der Aktion erstmal eine Umfrage zum ersten Standort des Bienenfutterautomates an. Anfang Mai konnte da online oder per Post abgestimmt werden und aus den 3 Favoriten erfolgte dann nochmal eine separate Auswahl. Bei der Zweitabstimmung wurde letztendlich dann Aachen City als Sieger ermittelt. Laut Johannes Stirnberg von der ÖDP müsse der genaue Standort, verbunden mit einigen Rechtsfragen, aber noch geklärt werden.
Grundsätzlich kann sich aber auch jede Privatperson einen solchen Automaten selbst zulegen. Gesetzlich sei da nur wichtig, dass der Eigentümer des Hauses oder des Grundstücks der Montage des Gerätes zustimmt. Eine Genehmigung beim Ordnungsamt der jeweiligen Stadt oder Kommune ist aber nicht erforderlich.
Zusätzlich gibt es in Aachen bereits einen sogenannten Saatgutautomaten des Unternehmens Flos Palmenoase. Im Gillesbachtal kann man sich dort von Dezember bis März auch bienenfreundliche Samen besorgen, für den Rest des Jahres wird nur Saatgut für Bananen- sowie Palmenarten angeboten.
Somit wird Aachen durch die nostalgischen Automaten nicht nur etwas bunter, sondern im Idealfall auch zu einem reichhaltigen und sicheren Zuhause für die Bienen.
Die Frezeittipps und Informationen über wichtige alternative Themen und Möglichkeiten finde ich einfach toll
Danke, das hören wir gerne :)
Liebe Grüße, Birgit Franchy