Ausstellung: Unser Alltag mit Kinderarbeit – von Auto bis Zucker

in Aktionen & Initiativen

Vom 23. März bis zum 1. Mai lädt die vhs Aachen zur Terre-des-hommes-Ausstellung „Unser Alltag mit Kinderarbeit – von Auto bis Zucker“ ein. Das Foyer des zweiten Stocks bietet eine überschaubare Reihe an Stellwänden mit Informationen zur ausbeuterischen Kinderarbeit und möglichen Gegenmaßnahmen.

Durch Kriege, Umweltschäden und wirtschaftliche Folgen der Corona-Pandemie steigt die Armut in vielen Ländern. Kinder haben oft keine Wahl und müssen hart arbeiten, um das Überleben ihrer Familien zu sichern. Trotz guter Vorsätze unternimmt die Politik zu wenig, um ausbeuterische Kinderarbeit zu unterbinden. Terre des hommes möchte mit der Ausstellung für die Situation von arbeitenden Kindern sensibilisieren und junge Menschen dabei unterstützen, sich für die Rechte der Kinder einzusetzen.

Die Organisation „terre des hommes“

Terre des hommes ist eine seit 1960 bestehende, heute weltweit agierende Kinderrechtsorganisation, die sich gegen Verletzungen der Kinderrechte einsetzt. Darunter fallen unter anderem: Mangelernährung, Kinderarbeit, Kinderhandel und Kinderprostitution.
Die Organisation hat sich die Unterstützung einheimischer Initiativen zur Aufgabe gemacht. Gemeinsam errichten sie Schulen und Kinderschutzzentren und setzen sich für die Befreiung und Bildung von Kindern ein.
Terre des hommes möchte durch die Ausstellung auch zu Spenden aufrufen, die direkt seinen Projekten gegen ausbeuterische Kinderarbeit zugutekommen.

Der Aufbau

Die Ausstellung wurde von der Aachener tdh-Ortsgruppe mit besonderem Engagement von Anne Versaevel-Keller organisiert. Anfangs zeigt sich eine ganz klare Botschaft: Kinderarbeit ist überall und ja, sie hat auch etwas mit einem selbst zu tun. Ob in Schokolade, Bettwäsche oder Zahnpasta, oftmals unterstützen Konsumenten ausbeuterische Kinderarbeit, ohne dass es ihnen bewusst ist.
Danach kommen die großen Fakten. Grafiken und knappe Texte sorgen für ein leichtes Verständnis. Es werden Fragen geklärt wie: In welcher Altersgruppe arbeiten die meisten Kinder? In welchen Sektoren ist Kinderarbeit verbreitet? Wo auf der Welt werden Kinder am häufigsten als Arbeitskräfte genutzt?
Anschließend werden die Sektoren Textilindustrie, Bergbau und Landwirtschaft dargestellt. Die Informationen sind nach folgendem Muster gegliedert: Erst die Frage: Wer arbeitet wo? Dann der Bezug zum eigenen Alltag und im Anschluss die von der Organisation bereits erreichten Fortschritte. Die Betrachter verstehen so die Problematik, aber auch den Einfluss, den Hilfsorganisationen haben können.
Die weiteren Plakate zeigen, dass auch jeder Einzelne etwas unternehmen kann. Selbstverständlich wird ein Appell an die großen Firmen und Regierungen der anderen Länder gerichtet, viel wichtiger sind für die Besucher jedoch die Punkte, bei denen der Einzelne aktiv werden kann.
Terre des hommes ruft in seiner Ausstellung den Einzelnen zur Unterstützung von Hilfsorganisationen auf. Die Menschen sollen sich aber auch an Aktionen, Protesten und Petitionen im eigenen Land beteiligen, z. B. für die Regulierung der Lieferketten. Zudem ist ein fairer und nachhaltiger Einkauf wichtig, bei dem auf bestimmte Siegel geachtet werden soll.
Die Ausstellung behandelt die Thematik zum Teil nur grob, was ihrem knappen Umfang geschuldet ist. Dennoch wird man auf die Missstände aufmerksam und lernt Dinge dazu, die man sich dank der klaren Darstellung auch leicht einprägen kann. Ein Beispiel dafür ist der „Siegel-Wirrwarr“. Siegel werden oftmals auch nicht nachvollziehbar vergeben oder müssen unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Ein Siegel auf dem Produkt sieht zwar gut aus, kann aber oftmals wenig zu bedeuten haben. Es ist wichtig, sich auf geprüfte Siegel wie die von der Ausstellung vorgestellten zu verlassen. Auch die klare Abgrenzung zwischen ausbeuterischer Kinderarbeit und Arbeit, die die Rechte von Kindern nicht verletzt, wird nur im Zusatzmaterial dargestellt. Ebenso werden die Schicksale einzelner Kinder kaum in der Ausstellung behandelt, lassen sich aber auf kunstvoll gestalteten Porträtkarten beim Infomaterial finden. Für eine genauere Auseinandersetzung ist es demnach hilfreich, sich als Besucher mit dem ausgelegten Infomaterial zu befassen oder als Schule die Möglichkeit auf Unterrichtsmaterial zu nutzen.

Unterrichtsmaterial

Für einen kurzen Besuch wird Schulen ein Fragebogen zur Seite gestellt, den die Schülerinnen und Schüler während ihres Rundgangs beantworten können. Bei Interesse können Lehrkräfte und Jugendgruppenleitungen auch von terre des hommes zur Verfügung gestellte Mappen bestellen (Infoheft, Unterrichtseinheit, 6 Porträtkarten von arbeitenden Kindern für den Unterricht, Aktionsleitfaden und Flyer).
Die verschiedenen Hefte und Karten wurden von der Illustratorin Katharina Noemi Metschl äußerst ansprechend gestaltet und machen Lust, sich weiter mit der Thematik auseinanderzusetzen. Die Materialien sind vom Umfang her breit gefächert und für die Jahrgangsstufen fünf bis zehn ausgelegt. Das Infoheft enthält eine genaue Definition von ausbeuterischer Kinderarbeit sowie eine Erläuterung der Ursachen und die genaue Arbeitsweise von terre des hommes. Das Heft zur Unterrichtseinheit vertieft neben den Fakten auch die individuellen Schicksale in verschiedenen Arbeitsmethoden. Der besonders gelungene Aktionsleitfaden soll die Schüler und Schülerinnen im letzten Schritt der Unterrichtsreihe dazu anleiten, eigene Aktionen zu planen, um gemeinsam Ausbeutung zu beenden. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung macht es leicht, aktiv zu werden.
Schließlich soll die Ausstellung die Schüler nicht mit den „grausamen Fakten“ zurücklassen, sondern mit dem Gefühl, etwas unternehmen zu wollen. Die zahlreichen Aktionsvorschläge bieten gute Anreize zur Eigeninitiative.

 

Rückfragen zur Ausstellung oder zum Schulmaterial unter:
Malte Meyer, malte.meyer@mail.aachen.de, 0241 4792168

Bestellung der Unterrichtsmaterialien:
tdh.de/schule/loslegen-gemeinsam-ausbeutung-beenden/aktionsmaterialien-loslegen 

Hintergrundinfos zum EU-Lieferkettengesetz: 
lieferkettengesetz.de

Die eigene Schule zur Fairtrade-Schule machen:
fairtrade-schools.de

Tipps für den eigenen Konsum:
tdh.de/verbraucher

 

 

 

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