Nachdem die Grippewelle in unserer Familie endlich überstanden ist, freuen wir uns auf den anstehenden Schwimmbadbesuch. Ziel ist das am 1. Februar 2025 wiedereröffnete Lago in Eupen.
Ein kurzer Blick auf die Website verrät, dass man hier besser im Vorfeld reservieren und Tickets kaufen sollte. Das finde ich ein bisschen umständlich, da man zunächst die entsprechenden Tickets (wir liegen bei insgesamt 34,50 Euro für eine fünfköpfige Familie) wählt, in den Warenkorb legt und sich schließlich noch anmelden muss, um sie zu erwerben. Aber natürlich wollen wir auf der sicheren Seite sein und die Fahrt nach Eupen nicht umsonst in Kauf nehmen. Es wäre schließlich ärgerlich, am Ziel abgewiesen zu werden, weil die Kapazitäten erschöpft sind. Und der Blick auf die Website steigert zumindest die Vorfreude und verrät, dass man im Lago auch Kindergeburtstage und andere Feiern durchführen könnte.
Als wir unser Ziel nach einer Fahrt durch den Eupener Baustellendschungel erreichen, finden wir schnell einen Parkplatz auf einem der beiden kostenlosen, direkt ans Schwimmbad angrenzenden Parkplätze. Bepackt mit unseren Schwimmtaschen betreten wir das Gebäude mit der Aufschrift „Wetzlarbad“. Am Empfang wird gerade noch eine belgische Familie bedient. Als wir an der Reihe sind und die Mail mit den Tickets vorzeigen, wechselt die Dame beeindruckend problemlos vom Französischen ins Deutsche. Sie händigt uns Armbänder aus, erklärt freundlich, dass wir mit unseren Tickets für das Erlebnisbad alle Bereiche des Schwimmbads nutzen dürfen, und erkundigt sich, ob wir Ein- oder Zwei-Euro-Münzen für die Schließfächer dabeihätten.
Im Umkleidebereich sind leider die Familienkabinen gerade besetzt, sodass wir uns auf die kleinen Kabinen aufteilen: Die Vierjährige geht mit Papa, die Zweijährige und der Sechsjährige mit Mama. Etwas beengt schaffen wir es trotzdem, uns umzuziehen und unsere Sachen in den Schließfächern zu verstauen, bevor es in die Duschen geht. Diese sind direkt vor dem Schwimmbad und nicht nach Geschlechtern getrennt. Dennoch spüren wir frisch abgeduscht kurz einen kalten Luftzug, bevor wir den Schwimmbereich betreten. Auf der Suche nach einem Platz, wo sich die Schwimmtaschen verstauen lassen, stelle ich fest, dass es hier nicht viele Möglichkeiten gibt. Entsprechende Fächer oder Bänke entdecke ich nicht. Nur kleine Schließfächer für Wertsachen fallen mir ins Auge. So wird die Tasche kurzerhand am Rand auf dem Boden deponiert wie die einiger anderer Badegäste.
Zuerst steuern wir das Kinderbecken an. Einige Eltern haben es sich dort mit ihrem planschenden Nachwuchs bequem gemacht. Eine Mutter beobachtet stolz, wie ihr etwa einjähriger Sohn sich mithilfe eines gelben Schwimmrings durch das Becken treiben lässt. Meine beiden Kleinen haben ein buntes Nashorn erspäht, das mitten im Kinderbecken steht. Als sie entdecken, dass es auf Knopfdruck Wasser spritzt, ist die Freude groß. Der Papa schnappt sich währenddessen den Sechsjährigen und erkundet mit ihm die Wildwasserbahn, die man mithilfe der Strömung hinabgleiten kann.
Im gleichen Becken befindet sich auch das Wellenbecken. Hier ist besonders viel los, wenn die Wellen durch das Becken strömen. Kinder stürzen sich kreischend in die Wellen oder versuchen, auf ihnen die Balance zu halten. Besonders glücklich sind diejenigen, die einen der großen gelben Schwimmringe ergattert haben, mit dem sie versuchen, den Wellen standzuhalten.
Auch meine beiden Töchter dürfen dann jeweils mit Mama und Papa die Wildwasserbahn erkunden und haben dabei sichtlich Spaß. Zu einer weiteren Runde sagen sie sofort begeistert ja, obwohl sich das Wasser im ersten Moment im Vergleich zum Kinderbecken etwas kälter anfühlt. Dann geht es zurück ins Kinderbecken. Denn hier gibt es noch mehr zu entdecken. Die Kleine ist von der gelben Schlange mit den grünen Punkten fasziniert, die am Fenster steht und aus der Wasser spritzt. Von dort geht es weiter zur kleinen Elefantenrutsche, die sie vergnügt hinabgleitet, auch wenn sie sehr kurz ist. Dann findet sie im Wasser einen Spielzeugbecher, mit dem sie mir ausdauernd Wasser über den Kopf gießt und dabei so tut, als würde sie meine Haare waschen. Ihre große Schwester macht begeistert mit, während Papa und Sohn die grüne Tunnelrutsche erkunden. Diese ist ab sechs Jahren freigegeben. Nach ein paar Runden mit Papa soll auch Mama mit ihm rutschen. Die Rutsche, eine grüne Röhre, die in sehr flachem Wasser endet, ist nicht sehr spektakulär, macht aber trotzdem viel Spaß. Mein Sohn bekommt gar nicht genug von ihr.
Als wir aus dem Rutschbecken steigen, werfe ich einen Blick auf das Sportbad. Mehrere Bahnen laden zum Schwimmen ein. Ein aufblasbarer Steg ist das Highlight für die Kinder, die darauf toben und von dort aus ins Wasser springen. Wenn meine Kinder älter sind und sicher schwimmen können, werden sie daran sicherlich auch viel Spaß haben.
Unser nächster Weg führt in die warme Lagune. In der Mitte befindet sich eine Art Whirlpool, der allerdings bereits voll ist. Darum dreht mein Sohn, der gerade erst schwimmen gelernt hat und sich noch etwas unsicher im tiefen Wasser bewegt, eine Runde durch den Strömungskanal.
Kurze Zeit später wird es Zeit für uns zu gehen. Das Schwimmbad hat sich mittlerweile weiter gefüllt, sodass es für alle in Ordnung ist. Wir kommen bestimmt wieder, aber vielleicht wenn etwas weniger los ist oder auch im Sommer, um den Außenbereich auszuprobieren, wenn er geöffnet ist. Dort gibt es ein Freibecken mit Liegewiese und auch das Kinderbecken sieht einladend aus.
Auf dem Weg zu den Duschen passieren wir ein Dampfbad. Da es erst ab zwölf Jahren erlaubt ist, kommt dies heute für uns nicht infrage. Aber laut Website des Lago verspricht es „wunderbare Entspannung“.
Nachdem wir alle fertig geduscht sind, ergattern wir dieses Mal eine Umkleidekabine für Familien. Die Kinder klagen über Hunger. Das Lago hat ein kleines Bistro, in dem man seinen Besuch bei einem Snack oder Getränk ausklingen lassen kann. Dennoch beschließen wir, da wir ohnehin einmal in Belgien und Fritten für meinen Mann nach dem Schwimmen ein Muss sind, noch einen kurzen Zwischenstopp am Lieblingsimbiss meines Mannes einzulegen und belgische Fritten mitzunehmen, die zu Hause genüsslich verzehrt werden.
LAGO Eupen Wetzlarbad
Hütte 56, 4700 Eupen, +32 87 727220
lago.be
Den Beitrag hat Julia V. für uns verfasst. Er ist in KingKalli 128 April/Mai 2025 erschienen.
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