Auf nach Japan! – 1. FSJ-Erfahrungsbericht

in Von und für Jugendliche

Hallo, mein Name ist Jean Marck, ich bin 18 Jahre alt und habe dieses Jahr in Aachen mein Abitur gemacht. Bereits seit Jahren interessiert mich die japanische Kultur, und weil ich nicht direkt nach dem Abitur studieren wollte, überlegte ich, ein FSJ in Japan zu machen. Mit IJGD Berlin (Internationale Jugendgemeinschaftsdienste) fand ich eine Organisation mit langjähriger Erfahrung bei der Entsendung von Freiwilligen nach Japan. Sie vermittelt jedes Jahr fast 20 Freiwillige in die verschiedensten Arbeitsfelder. Von Anfang an sprach mich „Suisumura“, eine private Schule im ländlichen Raum, welche sich selbst versorgt, besonders an. Grund hierfür waren unter anderem die Lage in der Natur und die sportlichen Aktivitäten. Nach einem längeren Bewerbungsverfahren wurde ich tatsächlich für die Stelle ausgewählt. Da die Alltagssprache im Projekt Japanisch ist, war es erwünscht, bereits in Deutschland Grundkenntnisse der japanischen Sprache zu erwerben. Außerdem war ein Praktikum in einem landwirtschaftlichen Betrieb nötig. Das entsprechende Visum zu erhalten war nicht schwierig, allerdings aufwendig, da eine Vielzahl an Unterlagen vorgewiesen werden musste.

Ankunft und erste Tage

Ende August ging es für mich und meinen Mitfreiwilligen im Projekt endlich los und wir flogen nach Hiroshima. Dort wurden wir von einem Mitglied der Großfamilie abgeholt und zum Projekt gebracht, das etwa eineinhalb Stunden entfernt in den Bergen liegt. Die Schule wurde von dem Familienoberhaupt vor etwa 25 Jahren gegründet und wird heute als Familienbetrieb dreier Generationen geführt. Gleichzeitig versorgt sich die Gemeinschaft als landwirtschaftlicher Betrieb überwiegend selbst und verkauft außerdem ihre Produkte. Sie bietet Schülern, die mit dem japanischen Schulsystem nicht zurechtkommen, eine Alternative. Ergänzend gibt es ein Café, das jedoch nicht zum Einsatzgebiet der Freiwilligen gehört. Aktuell leben sieben Schüler im Alter von fünf bis 19 dort. Insgesamt leben circa 25 Personen inklusive eines Sozialarbeiters und seiner Familie auf dem Areal. Die offizielle Begrüßung von uns beiden Freiwilligen, zu der alle der Gemeinschaft gekommen waren, fand ich sehr herzlich. Wir überreichten unsere Gastgeschenke (von mir natürlich Aachener Printen) und stellten uns auf Japanisch kurz vor. Im weiteren Abend lernten wir uns mit Hilfe der Übersetzung einer Mitarbeiterin besser kennen. Insgesamt war mein Arbeitseinsatz in den ersten knapp zwei Wochen bereits sehr abwechslungsreich. Zu den alltäglichen Arbeiten gehören: die Betreuung der Kinder, Feldarbeit und Versorgung der Tiere (Hunde, Schweine, Hühner, Hasen, Gans, Ziege). Ein- bis zweimal die Woche wird beim Kochen mitgearbeitet und Obst und Gemüse ausgeliefert. Für ein zukünftiges Hostel finden seit neuestem Bauarbeiten statt, bei denen ich ebenfalls mithelfe. Aufgrund sehr guter klimatischer Wachstumsbedingungen, die sich auch bei dem aktuellen Wetter zeigen (momentan ist es sehr warm mit ergiebigem Regen), gibt es eine sehr üppige Vegetation. Im Augenblick können wir Tomaten, Gurken, Paprikas, Chillies, Trauben und eine große Anzahl an Kürbissen und Wassermelonen ernten. Deswegen gibt es jetzt gerade jeden Tag Wassermelonen.

Das erste Event

Ein besonderes Highlight war kürzlich ein Groundgolfturnier, bei dem Suisumura mit zwei Teams angetreten ist. Insgesamt waren 70 Personen in zwölf Teams beteiligt. Bei Groundgolf handelt es sich um eine Variante von Golf, bei der das Ziel verfolgt wird, den Ball in eine Art Käfig zu spielen. Unser Seniorteam erreichte den zweiten Platz, ich selbst habe in der Einzelwertung den neunten Platz erreicht und bin persönlich sehr zufrieden. Ich durfte am Ende sogar noch einen kleinen Preis mit nach Hause nehmen. Die Sportveranstaltung war ein echtes Erlebnis und ich bin sehr gespannt auf die nächsten Events.

Ich freue mich schon auf die nächsten Wochen und auf das, was ich alles berichten kann.

Jean Marck Omari schreibt für KingKalli über sein FSJ in Japan.

Der Beitrag ist in KingKalli 125 erschienen (Oktober/November 2024).

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