Brickit: Eine App sortiert das Klötzchen Chaos

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Über die letzten Weihnachten und Geburtstage haben sich etliche Steine und Sets angesammelt, manche neu, andere vom Flohmarkt oder von Freunden. In fast jedem Haushalt mit Kindern gibt es eine Legokiste, ein wildes Sammelsurium der bunten Bausteine. Die App Brickit will Ordnung in dieses Durcheinander bringen. Sie verspricht, die vorhandenen Legosteine zu scannen und Vorschläge zu machen, was man daraus alles bauen kann. Geniale Idee, diesen digitalen Bauhelfer musste ich einfach testen!

Was ist Brickit?

Die Entwickler weisen darauf hin, dass es sich bei der App um ein Fanprojekt handelt – ohne offizielle Lizenz des Herstellers. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) erkennt die App einzelne Bausteine im Legohaufen. Aus einer Datenbank erhalten Nutzerinnen und Nutzer Ideen, was man mit den vorhandenen Steinen bauen kann, einschließlich einer genauen Anleitung.
Brickit ist sowohl für iOS als auch für Android verfügbar, kostenlos, aber mit einigen kostenpflichtigen Pro-Funktionen. Die Zielgruppe sind Kinder zwischen drei und sieben Jahren und ihre Eltern. Brickit funktioniert angeblich auch mit den größeren Duplo-Steinen, das haben wir allerdings nicht getestet.

Der Test

Ich lade mir die 280-Megabyte-(!)-App runter und installiere sie. Alles ganz einfach, nur der „kostenlos“-Button ist etwas versteckt, was mich ärgert. Für den Scan müssen die Bauteile möglichst nah beieinander auf den Boden gekippt und fotografiert, große Teile gegebenenfalls vorher aussortiert werden. Eine Bilderkennungssoftware rattert in wenigen Sekunden über das Foto. Gebogene Teile erkennt die App nicht optimal und der KI ist teilweise nicht ganz klar, ob da nun ein Würfel oder eine Platte liegt. Wer vollständige Baustein-Sets hat, kann sie mit der Set-Nummer hinzufügen.

Sobald die App die vorhandenen Teile mit der Datenbank abgeglichen hat, können Nutzerinnen und Nutzer einen Bauplan aus der Liste wählen. Je mehr Steine, desto mehr Möglichkeiten. Die Ergebnisliste zeigt einfache Bauwerke, die sich aus dem Haufen zusammenstecken lassen: Geburtstagskuchen, Roboter, Tiere, Fahrzeuge und Flugzeug. Neben dem Bauplan und einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt die App auch an, wo sich Steinchen im Klötzchenhaufen verbergen. Mit der Farbe nimmt es Brickit nicht so genau, nur die Form muss stimmen.

gut
– einfache Bedienung
– Kinder sind motiviert

schlecht
– teure Pro-Version
– zum Teil fehlen Bausteine bei den Vorschlägen
– nur Vorschläge mit wenigen Bauteilen

Fazit

Schade, dass bei fast allen angebotenen Anleitungen ein paar Teilchen fehlen. Mit ein bisschen Improvisation ist das aber kein Problem. Doch wer so kreativ ist, braucht die App eigentlich nicht und kann ohne Vorschläge drauflosbauen. An sich ist die App eine richtig gute Idee, ich hatte mir allerdings deutlich mehr erhofft. Kleiner Tipp, falls man alte Anleitungen nicht mehr hat: Alle Lego-Bauanleitungen gibt es in einer offiziellen Lego-App kostenlos als PDF zum Herunterladen.

 

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