Der Aufstieg ist bereits besiegelt, als wir Heiner Backhaus zum Interview treffen.
Den Mann, der mit seiner Mannschaft den elf langen Jahren in der Regionalliga West endlich ein Ende setzen konnte.
Das, was die letzten Jahre gefehlt hatte, schien plötzlich da zu sein, der Wille, die Aufopferungsbereitschaft und auch das letzte Quäntchen Glück zu so manchem Sieg. In Aachen wurde eine unglaubliche Euphorie entfacht, die am 31. Spieltag ihren Höhepunkt fand. Tausende feierten am 26. April in der Pontstraße und auf dem Marktplatz, dass Alemannia Aachen sich durch die Schützenhilfe von Fortuna Köln die Meisterschaft vorzeitig sichern konnte. Am Tag darauf strömten 31.034 Fans auf den Tivoli zum Spiel gegen den 1. FC Bocholt, das einem Freundschaftsspiel glich und mit 1 : 2 an die Gäste ging. Die Niederlage konnte den Aufstieg nicht mehr abwenden, und so feierten die Fans gemeinsam mit der Mannschaft auf dem Rasen die erste Meisterschaft im neuen Stadion. Wir haben mit dem Trainer über diese verrückte Saison gesprochen, von ihm erfahren, was die entscheidenden Veränderungen in der Mannschaft waren und warum er sich nicht als Übungsleiter, sondern als Coach oder sogar Mentor versteht.
Wir treffen Heiner Backhaus an einem Feiertag Anfang Mai auf dem Trainingsgelände der Alemannia. Nach dem Training wird noch mit den paar Fans gegrillt, die die Alemannia sogar beim Trainieren – und heute sogar an einem Feiertag – unterstützen. Heiner Backhaus bietet jedem sofort das Du an und nimmt sich Zeit für Gespräche mit den Fans. Als das Grillen beendet ist, führt er uns für das Interview in seine Trainerkabine.
Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg! Was war das für ein Gefühl, als der Aufstieg besiegelt war? Kann man das in so einem Moment überhaupt fassen?
Wir haben hier in unseren Räumlichkeiten das Spiel von unserem Verfolger Wuppertal gegen Fortuna Köln mit der Mannschaft und dem engsten Zirkel geschaut, bei dem Wuppertal gewinnen musste, um sich noch eine Chance zu erhalten. Als dann das Spiel aus war und die erste Bierdusche kam, habe ich langsam angefangen, zu realisieren, was hier gerade passiert. Allerdings ist auch noch lange nicht alles, was ich da auf meiner inneren Festplatte habe, verarbeitet, dafür hatte ich bisher nicht die Zeit. Es geht direkt weiter, wir spielen weiterhin, müssen trainieren, ich muss den Kader planen und auch unpopuläre Entscheidungen treffen. Vor uns stehen noch Liga-Spiele und ein Pokalfinale, mit dem wir die Saison noch veredeln könnten. Gleichzeitig habe ich meinen Fußballlehrer-Lehrgang, der ebenfalls Zeit in Anspruch nimmt. Viel Zeit zum Verarbeiten bleibt da nicht.

Seit du an den Tivoli kamst, hat die Saison einen guten Verlauf genommen, bei dem sich die Tabelle aus Aachener Sicht immer besser entwickelt hat. Viele Fans haben in den letzten Wochen schon vom Aufstieg geträumt. Dennoch betonst du immer, dass du die kleinen Ziele im Auge behältst und von Spiel zu Spiel schaust. Hast du dich trotzdem – bevor es letztendlich klar war – dabei erwischt, von der Meisterschaft zu träumen, und wenn ja, wann?
Ich schaue immer nur auf die aktiven Ziele, die direkt vor uns liegen, und von Spiel zu Spiel. Das steckt so sehr in mir, dass ich, bevor es sicher war, auch nicht in einem unbewussten Moment an die Meisterschaft gedacht und vor allem nicht von ihr geträumt habe. Ich bin ein Realist und kein Träumer. Wenn du dir vorher schon ausmalst, wie du die Meisterschaft gewinnst, kommen auch Zweifel ins Spiel, die dich hemmen. Deshalb bleibe ich immer bei den Zielen, die in meiner Hand und direkt vor mir liegen.
Die Situation war – zumindest was den Tabellenstand angeht – denkbar ungünstig, als du an den Tivoli gekommen bist, die Meisterschaft in weiter Ferne. Wie hast du es mit der Mannschaft geschafft, sie dennoch zu erreichen? Was war dabei ausschlaggebend?
Ich denke nicht einmal, dass das etwas mit Änderungen am Spiel an sich, sondern viel- mehr mit einer Änderung in der Haltung zu tun hatte, die wir bewirken konnten.
Beispielhaft für das, was sich hier ändern musste, war eine Situation, die ich erlebt habe, als ich hier angefangen habe: Vor dem Auswärtsspiel gegen Düsseldorf rief mich der Teammanager an und fragte, wo wir denn mit dem Mannschaftsbus überall halten würden, um die Spieler einzusammeln. Ich habe das zuerst gar nicht verstanden, da für mich klar ist, dass es nur einen Ort gibt, an dem wir alle in den Mannschaftsbus steigen und an dem wir auch alle gemeinsam wieder aussteigen, und das ist der Tivoli.
Das, was sich also vor allem ändern musste, war die Mentalität der Mannschaft. An erster Stelle stand eine Bewusstseinsänderung, auf der alles Weitere aufbaute. Wir haben mit den Spielern viel übers Leben gesprochen. Wir haben darüber gesprochen, in was für einer privilegierten Lage wir sind und was wir tun können, um etwas zurückzugeben. Wir haben hier eine topmoderne Anlage mit allem, was man sich wünschen könnte, können unserer Leidenschaft, dem Fußball, nachgehen und werden dafür überdurchschnittlich gut bezahlt. Mir war wichtig, den Spielern bewusst zu machen, dass das alles hier für sie nur geliehen ist und dass daran auch ein großes Leistungsversprechen geknüpft ist. Für den, der nicht bereit ist, alles zu geben, endet das Ganze sehr schnell wieder, man muss sich das eben auch verdienen.
Mit der Bewusstmachung dessen geht die Entwicklung von Demut und das Fehlen jeglicher Arroganz einher. Arroganz hat bei mir niemals einen Platz in der Mannschaft. Wenn du die Jungs dafür sensibilisiert, wie privilegiert sie sind und wie wichtig das für Aachen und die Region ist, dann können sie nicht nach dem Training einfach mit schweren Beinen nach Hause gehen, sondern müssen etwas für ihre Regeneration tun. Fußballspieler ist man eben nicht nur während des Trainings, sondern den ganzen Tag. Dahingehend haben wir die Jungs auch etwas erzogen. Nicht jeder hatte das nötig, einige aber schon.
Ich habe die Überzeugung, dass das, was man selbst investiert, und nicht das Talent entscheidend ist, im Fußball wie im Leben. Ich fordere von den Spielern maximale Intensität, nicht nur im Spiel, sondern auch im Training. Fehler werden toleriert, was nicht toleriert wird, ist fehlender Einsatz. Taktik, Technik, Kondition sind alles Aspekte des Spiels, die superwichtig sind. Aber die Gründlichkeit, mit der diese Dinge trainiert werden, die kommt aus der inneren Haltung. Also ist das Hauptziel, die dafür förderliche Grundhaltung zu kultivieren. Ich könnte mich hier hinstellen und die tollsten Dinge an die Tafel schreiben, am Ende geht es darum, dass die Dinge umgesetzt werden.
Dadurch, dass wir uns absolut auf das konzentriert haben, was in unserer Macht steht, was wir tun können, um besser zu werden, und was wir bereit sind, dafür zu investieren, entsteht ein starker Glaube und Selbstvertrauen.
Dieser Glaube wurde durch die besser werdenden Ergebnisse weiterhin gestärkt. Wenn mit einer neuen Haltung und Arbeitseinstellung die ersten Siege kommen, gibt das Bestätigung, dass das, was du tust, funktioniert und du auf dem richtigen Weg bist. Wenn ich mich für den Spieler entscheide, der das Invest in den Vordergrund stellt, und nicht für den, der sich auf seinem Talent ausruht, und damit Spiele gewinne, ist das für mich das Schönste überhaupt. Gleichzeitig kam durch die Erfolge und vor allem auch durch die Änderung der Einstellung auf dem Platz ein riesiger Support von den Fans. Ich glaube da an Energien und dass du das, was du ausstrahlst, auch zurückbekommst. Wir haben Mut ausgestrahlt und Glaube vermittelt, das ist dann zu einer Kettenreaktion geworden. Die Fans haben hier ein feines Gespür dafür, ob die Einstellung auf dem Platz stimmt, und haben uns dann auch wieder durch ihre Unterstützung getragen, wenn die Spiele schwer waren. Das war am Ende ein Zug, den du nicht mehr aufhalten konntest. Was sich da, beginnend mit dem Spiel in Köln, entwickelt hat, war unglaublich, so etwas habe ich noch nie erlebt. Eigentlich auch erstaunlich, was so ganzheitliche Dinge in einem so spezifischen Sport wie Fußball am Ende für einen Unterschied machen.
Man merkt, dass du das, was du erzählst, wirklich verkörperst. Hilft das dabei, diese Haltung den Spielern zu vermitteln? Und woher kommt sie?
Definitiv spielt es eine wichtige Rolle, dass ich das, was ich „predige“, auch wirklich lebe. Für mich sind einige prägende Erlebnisse sowie familiäre Einflüsse wichtig gewesen, um mich zu den Werten zu bringen, die ich heute vermittele.
Einerseits spielt der Einfluss meines Großvaters dabei eine große Rolle. Er ist als Jugendlicher im Krieg von Königsberg auf einem Boot nach Niedersachsen geflohen, hat später im Ruhrgebiet gelebt, wo ich auch aufgewachsen bin, und im Stahlwerk gearbeitet. Er hat immer hart gearbeitet, war stets diszipliniert und sonntags immer herausgeputzt. Für uns Kinder war er eine absolute Respektsperson, die mich sehr geprägt hat. Gleichzeitig hat mich auch die Jugendzeit bei Schalke sehr geprägt, das war wirkliche Erziehung.
Erste Erfahrungen damit, was es heißt, sich wirklich etwas verdienen zu müssen, habe ich in meiner Jugend gemacht. Damals habe ich von meinem Vater täglich fünf Mark bekommen, mit denen ich meinen gesamten Tag bestreiten musste, ich habe davon gegessen und mir das Ticket zum Fußballtraining bei Schalke gekauft. Damals kamen gerade die neuen Adidas Predator heraus und ich wollte sie unbedingt haben. Die Schuhe haben aber 170 Mark gekostet. Also musste ich anfangen, von meinen fünf Mark täglich möglichst viel zu sparen. An manchen Tagen habe ich mir nichts zu essen gekauft, um meinem Ziel, den Schuhen, etwas näherzukommen. Ich war alle zwei Tage im Schuhgeschäft, um zu fragen, ob die Schuhe noch da sind. Ich habe so lange gespart, dass meine Schuhgröße in dieser Zeit von 41 1/2 auf 42 1/2 gestiegen ist. Als ich die Schuhe dann endlich hatte, habe ich sie gehütet wie meinen Augapfel und behandelt wie meine Trophäen. Da habe ich gelernt, was es heißt, sich etwas wirklich verdienen zu müssen und dafür auch zu leiden.
Eine weitere Erfahrung, die mich geprägt hat, war folgende: Ich war sehr talentiert, habe Jugendnationalmannschaft gespielt, mir hat es aber immer an der nötigen Disziplin gefehlt. So bin ich als junger Mann bei Union Berlin rausgeflogen und habe auch keine neuen Angebote in Deutschland bekommen, weil ich mich so danebenbenommen habe. Dann bin ich mit meinem bisschen, was ich verdient habe, nach Zypern, da ich dort ein Angebot hatte. Dort hat man mir gesagt, ich könne nicht mitten in der Saison wechseln, sondern müsse bis Juli warten. Ich wollte nicht zurück nach Deutschland, da ich kein Geld hatte und meinem Vater nicht unter die Augen treten wollte. Also bin ich in einer Absteige für 25 Euro die Nacht geblieben. Mein Berater hat mir ein Probetraining in Aussicht gestellt, was aber einfach nicht kam. Irgendwann konnte ich mein Zimmer nicht mehr bezahlen und hatte kein Geld mehr für einen Rückflug. Man stellte mir ein Probetraining in einer Woche in Aussicht, bei dem ich genau eine Chance haben sollte, mich zu beweisen. Die Putzfrau des Hotels hatte derweil die Idee, mich in einer Behindertentoilette übernachten zu lassen, die nie benutzt wurde. Und so habe ich eine Woche in einer Behindertentoilette geschlafen und hatte als einzige Chance dieses Probetraining. Ich habe mich darauf vorbereitet, als wäre es mein Champions-League-Finale, und habe dort mit vollem Einsatz alles gegeben. Am nächsten Tag wurde ich genommen und habe vom Verein eine Wohnung bekommen. Und da hat meine Profikarriere begonnen. Vorher hatte ich nicht kapiert, was wichtig ist, diese Erfahrung hat mich dazu gebracht, dass ich es verstanden habe. Durch diese Erfahrungen habe ich die Kriegermentalität entwickelt, die ich heute auch von meinen Spielern einfordere und ihnen vermittele.
Du sagst, du bist kein Übungsleiter, sondern Coach, was meinst du damit?
Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, gerade für junge Spieler bin ich auch Mentor. Für die älteren bin ich Coach. Meine Einstellung ist, dass du nicht nur besser im Fußball wirst, indem du Fußball trainierst. Du musst den gesamten Menschen sehen und den Menschen darauf vorbereiten und dazu bringen, die Werte zu vertreten, die ich beschrieben habe.
Meine Aufgabe ist es daher, bei jedem Spieler den richtigen Zugang zu finden. Ich kenne das selbst aus der Schule, am meisten gelernt habe ich von den Lehrern, die auf mich als Person eingegangen sind. Ich war nie gut in Erdkunde und konnte mir nie gut die Städte merken, ein Lehrer hat es mir dann anhand von Fußballclubs beigebracht. So hat er meinen Zugang damals gefunden, das Gleiche ist im Grunde genommen auch meine Aufgabe. Mein Job ist es aber auch, die Beziehungen zu belasten, da ich die Spieler bewerten muss. Das geht nur, wenn eine Bindung zum Spieler da ist.
Wichtig ist für mich deshalb, die Motive der Spieler zu verstehen und dort anzusetzen. Ich muss verstehen, wofür sie Fußball spielen, was sie antreibt. Dazu gehören viele Gespräche, in denen wir über genau diese Dinge sprechen.
Was sind deine Motive?
Ich will gewinnen. Ich liebe den Wettkampf und alles, was dazugehört. Ich brauche immer totale Motivation auf ein Ziel und bin vermutlich auch etwas süchtig danach zu gewinnen. Das Gefühl ist für mich kein
Glück – Glück ist, wenn ich bei meiner Familie bin –, das ist eine Befriedigung, die ich aus dem Gewinnen ziehe und bzw. dort suche.
Dein Job fordert und kostet sicherlich viel Energie. Aus welchen Quellen ziehst du die Kraft für Aufgaben, ob privater oder beruflicher Natur?
Kraftquelle ist für mich auf jeden Fall meine Familie, zum Beispiel wenn ich meine Kinder sehe. Meine Frau unterstützt mich zu hundert Prozent in dem, was ich tue, und ihr ist dabei auch egal, ob ich Lehrer, Fußballtrainer oder sonst etwas bin. Sie unterstützt mich, weil sie sieht, dass mir das, was ich tue, wichtig ist. Aus der Zeit mit der Familie schöpfe ich daher Kraft, da sie mir die Möglichkeit gibt, aus dem Fußball-Mühlrad eine Zeit lang auszusteigen und auf andere Gedanken zu kommen. Außerdem gehe ich sehr gerne wandern oder setze mich in die Natur. Dabei fahre ich am liebsten ins Sauerland, da ich aus der Gegend komme. Ich fahre auf einen Berg, lasse mein Handy im Auto und setze mich auf einen Aussichtsturm und genieße die Natur und die Ruhe. Wenn ich auf dem Berg sitze und in die Weite schaue, dann merke ich, wie klein ich bin, das es etwas gibt, dass viel größer ist als meine kleinen Probleme.
Denkst du dann an Fußball?
(überlegt kurz) Nein. Dann genieße ich einfach nur die Aussicht und denke daran, wie schön das Leben ist und wie dankbar ich bin, dass ich eine Familie habe, der es gut geht und die gut im Leben steht. Meine Frau hat einen guten Job, meine Kinder sind gut in der Schule, wir sind gesund, dafür bin ich dankbar.
Du bist nicht nur wegen der sportlichen Erfolge, sondern auch wegen deiner Art bei den Fans beliebt. Nach den Spielen stehst du ganz vorne mit dabei, und am Anfang der Saison konnte man immer wieder beobachten, wie du die Mannschaft dazu antreibst, zur Kurve zu gehen und mit den Fans zu feiern. Woher kommt diese Fan-Nähe?
Fußball ist für mich immer schon mein Lebensmittelpunkt gewesen. Ich selbst bin auch Fan und kenne das Gefühl, einen Verein auf der Tribüne zu begleiten. In der B-Jugend, als ich selbst bei Schalke gespielt habe, bin ich immer noch mit zu den Spielen der Profis gefahren. Und wenn ich dann einen Verein wie Alemannia Aachen trainiere, bei dem die Fans so eine Begeisterung und so einen Rückhalt bieten, kann ich das nur genießen.
Für mich ist es absolute Ehrensache, den Fans, die uns bei Wind und Wetter unterstützen, Respekt zu zeigen, auf sie zuzugehen mit ihnen zu sprechen und ihnen eine gute Heimfahrt zu wünschen.
Welche Rolle hat das Fußballspielen in deiner Jugend für dich gehabt?
Fußball war für mich immer ein Ventil, bei dem ich alles rauslassen konnte und den Druck, den ich von zu Hause gespürt habe, vergessen konnte. Ich habe nie gespielt, weil man damit viel Geld verdienen konnte, sondern weil ich es von Herzen gerne getan habe und das Fußballspielen auf dem Bolzplatz für mich die beste Art war, zu zeigen, dass man besser ist als der andere. Dieses Sich-im Wettkampf-messen ist für mich immer schon wichtig gewesen.
In welchen Punkten überschneiden sich deine Rollen als Vater und als Coach, was ist in beiden Bereichen wichtig?
Mir ist es sehr wichtig, dass meine Kinder tüchtig sind und sich das, was sie haben, verdienen. Mein 19-jähriger Sohn hat mich beispielsweise vor kurzem gefragt, ob ich ihm die 20 Euro Mitgliedschaft für sein Fitnessstudio zahle. Er hat aber einen Job und mir ist es wichtig, dass er sich das dann auch selbst verdienen kann. Meine Werte sind natürlich überall die gleichen, ich kann ja nicht dort Wasser predigen und da Wein trinken. Ich bin niemand, der seine Kinder zu sehr verwöhnt, genauso wenig tue ich es mit meinen Spielern.
Das steckt so in mir drin, das ist meine Erziehung, meine familiäre Prägung.
Was würdest du einem jungen Aachener mit auf den Weg geben, der davon träumt, einmal bei der Alemannia zu spielen?
Er soll die Träume haben. Er soll das aber nicht tun, weil er es muss, sondern weil er es gerne tut. Mach, was du willst, nutze deine Talente.
Wenn du ein Talent hast, gibt es für mich eine Formel, die ich auch immer wieder im Gespräch mit meinen Spielern anbringe. Das Talent ist, wofür du nichts kannst, was gottgegeben ist, dazu kommen Fertigkeiten, die du dir antrainieren kannst. Die Fertigkeiten werden zum Talent addiert, und dann wird das Ganze mit deiner Mentalität multipliziert. So steht da dann (Talent + Fertigkeiten) x Mentalität. Das ist das Entscheidende. Bei einem jungen Menschen ist die Motivation der entscheidende grundlegende Faktor, der dabei hilft, eine gute Mentalität aufzubauen. Das, was er oder sie tut, muss von innen kommen, muss intrinsisch motiviert sein. Versuch an jedem Tag, alles für dein Ziel zu geben und immer besser zu werden. Das ist eine Einstellung, die meiner Ansicht nach für jeden jungen Menschen wichtig ist, nicht nur für jemanden, der eine Karriere als Fußballer anstrebt.
Darüber hinaus kann ich nur jedem raten, das wertzuschätzen, was er hat, und dafür dankbar zu sein, gleichzeitig aber auch den Schwächeren zu helfen.
Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast!
Der Beitrag ist in der aktuellen Ausgabe KingKalli erschienen. Holt euch das Heft, wenn ihr es archivieren möchtet.

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Alemannia Aachen Fußballakademie
Fußballluft schnuppern können Kinder und Jugendliche bei „Spiel und Spaß am Tivoli“: Die NetAachen Alemannia Aachen Fußballakademie bietet auf den Kunstrasenplätzen auf dem Parkhausdach für alle Kids zwischen sechs und 14 Jahren in den Ferien verschiedene Camps an.
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