Kennt ihr die Initiative „sozialgenial“? Die 4. Aachener Gesamtschule nimmt seit einigen Jahren an diesem Projekt teil. Unter dem Projektnamen „Abenteuer Helfen“ suchen sich die Schülerinnen und Schüler der siebten Jahrgangsstufe für die Dauer eines Halbjahrs eine soziale oder gemeinnützige Organisation, in der sie einmal in der Woche mitwirken können. Es ist kein Berufspraktikum, sondern eine erste Erfahrung darin, was es bedeutet, sich sozial zu engagieren.
Es geht um so wichtige Fragen wie: Was kann ich, was anderen hilft? Wo liegen meine Stärken, was macht mir Spaß und worin bin ich besonders gut?
Hier möchte ich einige meiner Mitschülerinnen und -schüler und die Stellen vorstellen, an denen sie das Abenteuer Helfen erleben. Ich bin Lina, 13 Jahre alt, und weil ich gerne schreibe und es wichtig finde, dass dieses tolle Projekt bekannt wird, habe ich mich beim Verlag um die Ecke und beim Familienmagazin KingKalli beworben und dafür einige meiner Mitschülerinnen und -schüler interviewt. Viel Spaß beim Lesen!
Interview 1: Lina
Ich arbeite in meiner Projektzeit für diesen Artikel hier. Ich nutze dazu die Arbeitsräume meiner Mutter und habe dort ein Flipchart und alles, was ich brauche.
Was kannst du besonders gut? Und warum hast du dich für KingKalli entschieden?
Ich habe viele Hobbys und probiere auch gerne Neues aus, ich finde es toll, Leuten was zu erzählen und zu erklären oder zu zeigen, ich schreibe gerne und bin gerne mit Menschen im Kontakt. Viele Dinge, die unsere Schule so macht und anbietet, finde ich total super. Auch dieses Projekt! Als ich mit meiner Familie überlegt habe, was ich gut kann und wo ich mich einbringen könnte, hatten wir die Idee, dass ich ja das Projekt im KingKalli vorstellen könnte.
Was hältst du vom Projekt „Abenteuer Helfen“?
Ich finde das richtig gut, dass es so etwas gibt. Es ist schön, sich mal zu überlegen, was man eigentlich besonders gut kann und auch gerne macht und wo man das gut einbringen könnte. Dass wir das ein Halbjahr lang machen, ist auch gut, weil wir dann einen richtigen Einblick bekommen. Es ist nochmal ganz anders als der Girls’ Day oder ein Tagespraktikum oder so.
Was machst du in deiner Projektzeit so?
Zuerst habe ich aus meiner Klasse Leute gesucht, die Lust haben, für KingKalli etwas zu ihrer Projektzeit zu sagen. Dann habe ich erstmal viel geplant. Ich hatte einzelne Projektschritte, zum Beispiel die Planung der Fragen und die Koordination der Termine. Es gab auch ein paar Dinge, die nicht geklappt haben, wie zum Beispiel die Planung der Fototermine. Das war teilweise für die Betriebe nicht so gut möglich, dass wir da Bilder machen. Da musste ich das umplanen und ändern. Ich fand das Planen am Flipchart sehr praktisch. Die Interviews und das Schreiben haben besonders viel Spaß gemacht, und ich fand es spannend, bei meinem Vorstellungstermin Frau Franchy und das KingKalli-Büro kennenzulernen.
Interview 2: Ida
Ida arbeitet in ihrer Projektzeit im Reittherapie-Zentrum Abenteuerland in Stolberg. Sie reitet selbst sehr gut seit vielen Jahren.
Was kannst du besonders gut? Und warum hast du dich für die Reittherapie entschieden?
Ich kann gut mit Kindern umgehen. Es macht mir Spaß, sie zu unterstützen, ihnen etwas beizubringen und ihnen zu helfen. Ich kann mich gut in die Lage von anderen hineinversetzen. Mit Pferden und anderen Tieren bin ich aufgewachsen, ich bin gerne mit ihnen zusammen und verstehe sie. Ich liebe es, mit Kindern und Pferden zu arbeiten – meine Zeit im Reittherapie-Zentrum finde ich ganz toll.
Was hältst du vom Projekt „Abenteuer Helfen“?
Ich finde das eine super gute Möglichkeit, schon mal in das Soziale reinzukommen. Man kann die eigenen Stärken einbringen und seinen Interessen nachgehen. Ich finde, in unserem Alter ist es total wichtig, so etwas zu machen.
Was machst du in deiner Projektzeit so?
Zum Beispiel hat ein Kind, das dort zur Therapie geht, nicht so viel Motivation. Ich möchte ihm gerne ein bisschen Freude vermitteln – also unternehme ich mit diesem Kind etwas, wir machen zum Beispiel mal einen Ausritt oder so.
Ein anderes Kind kann seine Körperspannung nicht so gut halten, die Haltung auf dem Pferd ist noch nicht so gut. Durch therapeutisches Reiten und Übungen kann man hier ganz viel helfen. Das möchte ich gerne unterstützen.
Mit einem anderen Mädchen zusammen möchte ich gerne noch eine Scheune auf dem Hof zu einem kleinen Rückzugsort umbauen. Manche Kinder brauchen einfach solche sicheren Räume, um sich mal zurückziehen zu können. Und eine Scheune oder ein kleines Häuschen wäre da super.
Interview 3: Mats
Mats arbeitet in seiner Projektzeit in der ersten Klasse einer Förderschule.
Was kannst du besonders gut? Und warum hast du dich für eine Förderschule entschieden?
Ich habe ganz viel Geduld und kann ziemlich gut mit Kindern umgehen. Ich bin empathisch und ich kenne es, wie es ist, wenn man eine Behinderung hat oder etwas anderes braucht als andere Kinder. Mein Bruder hat eine geistige Behinderung und geht in diese Schule. Meine Eltern und ich haben überlegt, dass ich in der Förderschule sehr gut mithelfen kann.
Was hältst du vom Projekt „Abenteuer Helfen“?
Ich finde dieses Projekt sehr spannend. Ich lerne viele neue Sachen. Besonders gut gefällt mir, dass ich so viele neue Leute kennenlerne und den Kindern in der ersten Klasse, in der ich bin, helfen kann. Es macht mir ganz viel Spaß.
Interview 4: Franz
Franz arbeitet in seiner Projektzeit bei seinem Fußballverein und unterstützt dort den Trainer. Da die Trainings natürlich nicht vormittags stattfinden, findet seine Projektzeit am späten Nachmittag statt.
Was kannst du besonders gut? Und warum hast du dich für den Fußballverein entschieden?
Ich spiele gerne Fußball und bin schon lange im Verein. Ich kann sehr gut erklären und anderen etwas beibringen. Das macht mir großen Spaß. Ich spiele ja selbst schon lange in dem Verein Fußball und kann jetzt während meines Projekts mal von der anderen Seite gucken. Ich wollte wissen, wie es ist, selbst Trainer zu sein – und ich finde es gut, dass ich mich da einbringen kann. Ich möchte gerne Kindern beibringen, gut Fußball zu spielen.
Was hältst du vom Projekt „Abenteuer Helfen“?
Das ist echt eine gute Sache. Es ist sehr wichtig, dass man Leuten hilft. Mir macht das sehr viel Spaß! Ich kann mir gut vorstellen, dass ich das später als Ehrenamt oder sogar als Arbeit mache.
Interview 5: Lotta
Lotta arbeitet in ihrer Projektzeit im Seniorenheim am Kurpark.
Was kannst du besonders gut? Und warum hast du dich für das Seniorenheim entschieden?
Ich bin gerne für andere Leute da. Ich kann mich gut in sie einfühlen, höre gerne zu und verstehe, was gerade dran ist. Ich finde es mega wichtig, anderen Menschen zu helfen und füreinander da zu sein. Daher habe ich mir die Arbeit im Seniorenheim ausgesucht. Für speziell dieses Seniorenheim habe ich mich entschieden, weil meine Oma dort lebt.
Was hältst du vom Projekt „Abenteuer Helfen“?
Es ist gut, schon früh in solche Berufe reinzuschnuppern und damit ja auch in Lebensbereiche, in die wir sonst nicht so viel Einblick haben, wie bei mir jetzt zum Beispiel das Alter. Ich lerne hier auch verschiedene Berufe kennen, wie Pflege oder auch Ergotherapie. Das finde ich sehr wertvoll, weil ich einen ganz anderen Einblick habe und besser weiß, was es bedeutet, in diesen Berufen zu arbeiten. Ich möchte auch weiter jeden Freitag dahingehen und die Menschen besuchen, aber ehrenamtlich. Als richtige Arbeit möchte ich das nicht machen, ich möchte Lehrerin werden.
Was machst du in deiner Projektzeit so?
Es ist sehr interessant für mich, zu erfahren, wie es so ist, wenn man älter ist und vielleicht ganz viele Dinge, die für uns noch ganz normal sind, nicht mehr kann. Was man für Sorgen hat und wie es ist, dort zu wohnen. Ich finde es sehr schön, für die alten Menschen jemand zu sein, mit dem sie sprechen können. Ich habe ein offenes Ohr für sie und bin da. Das finde ich ganz wichtig, dass sie sich verstanden fühlen, dass ihnen zugehört wird. Viele Menschen bekommen auch nur ganz wenig Besuch, und die sind dann mit ihren Sorgen und auch zum Beispiel mit der Angst vor dem Tod eher alleine.
Interview 6: Antonia
Antonia arbeitet in ihrer Projektzeit in der Grundschule.
Was kannst du besonders gut? Und warum hast du dich für die Grundschule entschieden?
Ich kann sehr gut erklären und Kinder motivieren, nicht aufzugeben. Ich bin sehr geduldig, und mir macht die Arbeit mit Kindern echt Spaß. Für mich stand fest, dass ich an eine Grundschule gehen möchte. Diese Schule habe ich ausgesucht, weil es meine alte Grundschule ist und meine kleine Schwester hier auch noch ist.
Was hältst du vom Projekt „Abenteuer Helfen“?
Ich finde das Projekt total cool, es fördert die soziale Kompetenz, und es ist eine super Abwechslung vom Schulalltag. Ich lerne hier ganz andere Dinge, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie auch sehr wichtig sind.
Was machst du in deiner Projektzeit so?
Ich versuche in meiner Projektzeit, den Kindern die Schule anders zu vermitteln, sodass sie ein besseres Bild davon bekommen und auch mehr Spaß daran haben.
Was ist „sozialgenial“?
„sozialgenial“ ist das teilnehmerstärkste Service-Learning-Programm in Deutschland. Bei dem Projekt entwickeln Schülerinnen und Schüler aller Schulformen im Unterricht eigene Ideen für Engagementprojekte, die sie mit außerschulischen Partnern umsetzen. Sie lernen dabei in praxisnahen Zusammenhängen und stärken ihre fachlichen, sozialen und persönlichen Kompetenzen.
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