Aachen: Endlich kann an der Vennbahn auf dem DIY-Gelände geskatet werden    

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Foto: Lasse Falter

Die lange Durststrecke für Aachens Skater hat ein Ende. Vom Moltkepark bis zur Anlage an der Vennbahn war es ein weiter Weg für den 1. Aachener Skateboardclub (wir haben berichtet), doch er hat sich gelohnt. Der DIY-Skatepark am Vennbahnweg öffnet seine Tore nun für alle Vereinsmitglieder und bald auch für die, die (noch) keine sind. Am letzten Juniwochenende wurde ein großes Fest gefeiert, bei dem getrunken, gegessen, getanzt und natürlich auch ausgiebig geskatet wurde. Wir haben mit Tobias Kleinschmidt, Vorsitzender und Gründer des 1. Aachener Skateboardclubs, über das letzte Jahr und Pläne für die Zukunft gesprochen.

Das letzte Mal, als wir hier waren, haben wir nur ein paar Bauarbeiter, Bagger und verschlossene Tore vorgefunden. Seitdem ist viel passiert. Tobias Kleinschmidt erzählt: „Als die Baustelle so weit vorbereitet war und unsere Arbeiten beginnen konnten, mussten wir unser ganzes Vereinsinventar hierherbringen. Dann konnte es losgehen mit dem Bau. Dabei haben wir als Erstes segmentweise die verschiedenen Rampen betoniert. Bis Ende Oktober 2023 standen sie, es fehlte nur noch die Betonfläche dazwischen, um alles befahrbar zu machen. Dieser letzte Schritt hat uns allerdings nochmal einiges an Arbeit, vor allem aber Nerven und Geduld abverlangt. Die insgesamt sieben Lkw-Ladungen Beton mussten zweimal sehr kurzfristig wieder abbestellt werden, da es für die Arbeit vollkommen trocken sein musste und uns das Aachener Wetter mit Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. So fand unsere Weihnachtsfeier letztes Jahr leider ohne befahrbare Skatebahn statt, das war etwas traurig.“

Für den Bau der Grundfläche standen mit der Firma Yamato Living Ramps echte Experten auf dem Gebiet des Baus von Skateparks zur Seite. Das Unternehmen hat schon überall Skateparks gebaut, ob in Leipzig, Frankfurt oder Buenos Aires. Mit seiner Hilfe konnte der Verein das erste Stück Skatepark fertigstellen. Auch wenn noch nicht die gesamte Fläche bebaut ist, ist Tobias Kleinschmidt zufrieden „Auch so haben wir jetzt schon einen super Skatepark, der uns wesentlich mehr Möglichkeiten bietet als der alte im Moltkepark.“ Inzwischen ist alles vom TÜV geprüft und es darf ganz offiziell geskatet werden. Um an diesen Punkt zu gelangen, sind schon viele tausend Stunden ehrenamtliche Arbeit für den DIY-Skatepark geleistet worden.
Nach all der Arbeit war es jetzt höchste Zeit, ein großes Fest auf dem Gelände zu feiern. Bei bestem Wetter füllte sich am Samstagmittag der kleine Parkplatz zwischen Eisenbahnweg und Vennbahn schnell. Die meisten sind mit dem Rad gekommen, was sich aufgrund der Lage durchaus anbietet. Zu Fuß ist es etwas weit, denn der neue Skatepark liegt recht abgelegen. Hier werden sich sicherlich keine Anwohner über den Lärm der Skateboards beschweren, es gibt nämlich keine.

Zunächst fahren sich alle Skater warm und üben ihre Tricks für den späteren Team-Contest. Die, die selbst nicht skaten, schauen zu, tanzen zu Livemusik, stehen für Getränke an oder sitzen im Schatten hinter dem Bierstand von Bahkauv Brew. Auch für Essen ist mit selbstgemachter Pizza und Burgern gesorgt. Wir konnten leider keine der ausgezeichnet aussehenden Pizzen – gerade war Backpause – probieren, haben aber nur das Beste gehört.
Neben freiem Skaten steht ein Team-Contest an, bei dem auch Teamname und Kostüme bewertet werden. Highlights sind zwei Bauern mit Latzhose und Sonnenhut – eine Anspielung darauf, dass hier vorher ein Maisfeld war – und ein Team, das bei strahlendem Sonnenschein im kompletten Regenoutfit inklusive Regenhose, Mantel und Schirm seine Tricks vollführt. Die beiden hatten sich sicherlich für einen typischen Öcher Sommertag vorbereitet, der dann so doch nicht eingetroffen ist, ein Glück für alle ohne Regenhose und Schirm. Die Stimmung ist super, es ist jede Menge los und die Party geht noch bis 22 Uhr (auch ohne Anwohner muss spätestens um zehn Uhr Schluss sein!). Danach geht es mit der Afterparty im Hotel Europa weiter.
„Das Fest war super organisiert, alle sind mehr als zufrieden“, freut sich Tobias Kleinschmidt. „Am Contest am Samstag haben 60 Skater teilgenommen. Es waren sogar Skater von außerhalb, beispielsweise aus Dortmund und aus Brüssel, dabei. Die Skater aus Belgien konnten sich beim Contest sogar den ersten Platz sichern, mein Teampartner und ich sind Zweiter geworden. Auch wenn ich selbst nicht wirklich zufrieden mit meiner Leistung war, ist mein Teamkollege dafür umso besser gefahren“, berichtet Kleinschmidt.
Das DIY-Fest am letzten Juniwochenende war eine gebührende Feier für ein sehr erfolgreiches zurückliegendes Jahr. Seit die Fläche für den Verein letztes Jahr freigegeben wurde, hat sich die Anzahl der Vereinsmitglieder auf ungefähr 150 Mitglieder fast verdoppelt. Eine große Anzahl, die zeigt, wie wichtig ein Skatepark mit angemessener Größe für Aachen ist. Tobias Kleinschmidt ist sich sicher: „Aachen hat für Skater an Lebensqualität gewonnen.“

Wie Skater das Gelände nun nutzen können und was für die Zukunft geplant ist

„Bisher gibt es keinen geregelten öffentlichen Zugang für Nichtmitglieder, das liegt einfach daran, dass wir noch eine Fortbildung vom Stadtsportbund zum Thema sexualisierte Gewalt absolvieren müssen, um hier unsere Pforten für jedermann öffnen zu dürfen. Es sind aber feste Zeiten für alle, die skaten wollen, geplant“, sagt Kleinschmidt. Die Vereinsmitglieder nutzen nun aber schon seit Anfang Juni das Gelände für ihre Trainings.
„Alle unsere Mitglieder kriegen einen Slack-Zugang, das ist eine App, die wir für unsere vereinsinterne Kommunikation nutzen, da kann man dann immer sehen, ob der Platz gerade geöffnet ist, bei gutem Wetter ist dies aber eigentlich täglich der Fall. Dann kann jeder, der Lust hat zu fahren, vorbeikommen.“ Bisher skaten alle zusammen auf dem DIY-Gelände, geplant sind aber durchaus auch Kids-Sessions, um für die Jüngeren etwas Tempo rauszunehmen und ihnen ein sicheres Lernen zu ermöglichen.
Der 1. Aachener Skateboardclub und Girls*skate Aachen bieten aktuell im Lust-AufLife wöchentlich ein offenes Girlsskate-Treffen an: immer freitags von 16:30 bis 19:00 Uhr (bis mindestens Ende September), Bädersteig/Ende Dahmengraben, 52062 Aachen.

Hier nochmal der Rückblick, wie sich das Gelände entwickelt hat:
kingkalli.de/tag/1-aachener-skateboardclub

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