Wie Kinder den Tod begreifen lernen

in Aktuelles um die Ecke, Theater

Schwestern halten zusammen. Sie sind füreinander da, lachen, streiten, spielen, träumen miteinander. Zus und Mathilde sind zwei ganz normale Schwestern. Bis zu dem Tag, an dem Mathilde durch einen tödlichen Unfall für immer von Zus getrennt wird. Mathilde gibt sich die Schuld am Tod der Schwester. Die Eltern können ihr kaum helfen, zu sehr sind sie selbst mit der Trauer um den Tod der Tochter befasst. Doch Mathilde trifft ihre Schwester jede Nacht. Traum oder Wirklichkeit, wer weiß das schon so genau. Nachts sind die beiden vereint und helfen einander beim Loslassen.

Fragen an den Tod und an das Leben

Das PHOSPHOR-Theater greift mit der Inszenierung „Schwestern“ von Theo Fransz ein Tabu an: Schuld und Tod sind Themen, die von Kindern ferngehalten werden, um sie zu schützen. Themen, für die auch in der Welt der Erwachsenen oft die Worte fehlen.

Das Stück zeigt: Das Nachdenken über den Tod muss Kinder nicht traurig machen. Es stellt vielmehr Fragen an das Leben. Mit viel kindlichem Humor und Einfühlungsvermögen. Denn Kinder trauern anders als Erwachsene. Unbefangen und spielerisch erforschen sie auch den Tod. Und sie haben ein Recht auf ehrliche Antworten.

Deshalb wird die Produktion „Schwestern“ von „diesseits – anders trauern“, einem offenen Trauerangebot für Kinder und Jugendliche in Aachen, mitveranstaltet und begleitet. Nach jeder Vorstellung haben die Kinder und Jugendlichen Gelegenheit, mit den Darstellerinnen und Darstellern zu sprechen, Fragen zu stellen und ihren Gefühlen Ausdruck zu geben.

Kinder mit dem Tod konfrontieren – muss das sein?

Kinder erleben den Tod alltäglich, ein Käfer auf der Straße, das geliebte Haustier oder ein Mensch, den sie kannten. Zwischen 6 und 9 Jahren beginnen Kinder die Endgültigkeit des Todes zu erfassen und Bezüge zum Selbst herzustellen. Der Tod wird oft personifiziert und als Bestrafung betrachtet. In dieser Phase haben die Kleinen häufig ein ausgeprägtes Interesse und eine Faszination für den Tod.
Erst mit 10 bis 13 Jahren verstehen Kinder, dass der Tod etwas Endgültiges ist und dass auch sie sterben werden. Hier tauchen auch die Sinnfragen auf.

Da der Tod also immer Bestandteil des Lebens ist, sollten Kinder die Gelegenheit haben, ihre Vorstellungen vom Tod auszudrücken und zu lernen, wie man trauert. Im Spiel, im Gespräch, durch Lesen oder Malen und andere künstlerische Ausdrucksformen.

Warum Kinder das Stück sehen sollten

„Sterben, Tod und Trauer gehören auch zum Leben von Kindern und müssen keinen schlimmen Schaden anrichten“, sagt Trauerbegleiterin Maria Pirch von „diesseits“. „Denn Kinder können trauern. Es liegt nur an uns, Kindern zuzutrauen, den Trauerprozess bewältigen zu können, und sie dabei zu unterstützen. Kinder haben kaum die Möglichkeit, sich durch Fragen die Informationen zum Tod eines ihnen nahestehenden Menschen zu holen, die sie brauchen, und erleben so den Tod dieses Menschen als tiefe Verunsicherung. Daher ist es immer besser, wenn das Thema schon mal ohne konkreten Anlass besprochen wurde. Mit diesem Anliegen will das Theaterstück an die Schulen gehen.“

Nach ihrer Erfahrung identifizierten sich die Kinder spielerisch mit der Schwester Mathilde, ohne Ängste zu entwickeln, die eigene Schwester oder sie selbst würden sterben. Das Stück könne Kindern helfen, wenn ein lieber Mensch stirbt.

Öffentliche Aufführungen:
16.06.2018, 15:00 Uhr, Premiere
23.06.2018, 16:00 Uhr
24.06.2018, 15:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Bühne der Freien Waldorfschule Aachen, Anton-Kurze-Allee 10, 52064 Aachen

Infos:
phosphor-theater.de
franziska-aachen.de/angebote/fur-trauernde/diesseits

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