Trash-Orchester: Zwangloses Musizieren ohne Druck

in Aktuelles um die Ecke, Allgemein, Kultur & Musik, Musik

Das Erlernen eines Instruments soll bei Kindern vor allem eines hervorrufen: Spaß! In der Aachener mufab nehmen Kinder üblicherweise mit sechs Jahren den Instrumentalunterricht auf; manche wissen dann bereits, ob es zum Beispiel die Gitarre, das Schlagzeug oder vielleicht eine Blockflöte sein soll. Für alle Kids, die sich (noch) nicht festlegen möchten, wurde nun das mufab-Trash-Orchester gegründet.

Die Idee dieses brandneuen Kurses passt haargenau ins Konzept der Aachener Musikschule, die sich nicht als Wissensvermittlungsbetrieb versteht. Vielmehr stellen die Dozenten im Grünen Weg 28 die Talente eines jeden einzelnen Schülers heraus, ohne dabei den Blick für die jeweiligen Biografien und Begabungen zu verlieren. Mit dem Instrumentenkarussell etwa bietet die mufab eine Entscheidungshilfe für alle Mädchen und Jungs an, die noch auf der Suche nach dem passenden „Arbeitsgerät“ sind: Klavier, Keyboard, Blockflöte, Geige, Gitarre, Bass, Schlagzeug und viele afrikanische Trommeln werden im Kurs der Reihe nach ausprobiert. Diese Idee wurde nun mit dem Trash-Orchester weitergedacht; Schulleiter Horst Schippers erklärt den Hintergrund: „Wir wollten ein Angebot für Kinder entwickeln, die kein Instrument lernen, sondern Spaß mit Musik haben möchten. Ein völlig zwangloser Kurs ohne Hausaufgaben und Leistungsdruck.“ Beim herkömmlichen Instrumentenkarussell kam es schon mal vor, dass Kinder etwa vier Wochen lang einem Instrument lauschten, das sie gar nicht ansprach. Bei diesem Rotationsprinzip blieben somit individuelle Interessen auf der Strecke. Das wird beim Trash-Orchester nicht der Fall sein: Hier sind alle Instrumente gleichzeitig greifbar und können von Beginn an zum gemeinsamen Musizieren genutzt werden. Das funktioniert übrigens auch, wenn man Keyboard, Schlagzeug & Co. nicht einmal ansatzweise beherrscht, verspricht der verantwortliche Dozent Moses Christoph: „In erster Linie geht es darum, sich mit den vorhandenen Instrumenten aktiv zu beschäftigen und diese einfach mal in die Hand zu nehmen. Wie oft hat man schon die Möglichkeit, sich mit einer Geige, diesem heiligen Instrument, zu befassen?“

Spaß steht im Vordergrund

Berührungsängste stehen beim Trash-Orchester also nicht auf dem Programm. Vielmehr erhalten alle Teilnehmer ganz individuelle Aufgaben, nachdem zuvor gemeinsam ein Song ausgesucht wurde. „Da bekommt einer die Bass Drum, ein anderer Schüler die Hi-Hat-Becken und der nächste bedient die Snare Drum – eben all jene Bestandteile, die zu einem Schlagzeug dazugehören“, verrät Moses Christoph den lockeren Ablauf des Kurses. Wer Spaß am Keyboard hat, steuert darüber hinaus eine bestimmte Tonabfolge bei, und schon entsteht ohne Vorkenntnisse Musik. Dass dies im Trash-Orchester nicht nur mit herkömmlichen Instrumenten möglich ist, weiß Horst Schippers schmunzelnd zu berichten: „Neulich rief mich Moses aus dem Baumarkt an und fragte, ob er auf mufab-Rechnung Gartenschläuche und Trichter kaufen könne – kurze Zeit später wurden Selfmade-Trompeten gebastelt.“ Spätestens hier wird der Kern dieses kreativen Chaos sichtbar: Der Spaß steht absolut im Vordergrund, nicht das straffe Lernprogramm. Moses Christoph bezeichnet das Trash-Orchester treffend als großen Spielplatz, den es zu erkunden gilt.

Singend aus der Musikschule

Generell sind sich alle Dozenten in der Aachener mufab einig, dass ihr Ziel erreicht ist, wenn die Kinder Woche für Woche gerne und mit Freude die jeweiligen Kurse besuchen. Dass es um die Aufnahmefähigkeit der Schülerinnen und Schüler in Zeiten von G8 und Ganztagsschulen nicht immer gut bestellt ist, daraus macht man hier keinen Hehl. Thomas Berndt, der zweite Schulleiter im Bunde, erklärt: „Das teils chaotische Zeitmanagement ist eine ernste Sache, doch Moses fängt genau dieses Problem mit seinem lockeren Unterricht auf.“ Und dieser weiß aus Erfahrung zu berichten, dass die Kids in den meisten Fällen auch nach einem langen Schultag große Lust aufs Musizieren haben: „Natürlich kommt es vor, dass sich ein Kind auch mal für die Zuschauerrolle entscheidet und sich einen eingeübten Song nur anhört. Völlig in Ordnung, zumal ich es erlebt habe, dass diese Kinder dann plötzlich ebendieses Lied singend die mufab verlassen.“ Jeder verarbeitet Musik eben auf seine ganz eigene Weise.

Das unbeschwerte Konzept des Trash-Orchesters hält übrigens nicht nur für die teilnehmenden Kinder viele Freiheiten bereit – auch Eltern zeigen sich von der Herangehensweise begeistert, verschafft es ihnen verständlicherweise auch keine sonderliche Freude, Tag für Tag mit mahnendem Zeigefinger zum Üben aufzurufen. Nicht minder entspannt gestalten sich die Anmeldebedingungen des neuen Kurses: Kinder ab sechs Jahren sind willkommen, auch ohne vorherige Besuche von Frühförderungskursen oder des Instrumentenkarussells. Eine erste Schnupperstunde findet am 12. September um 17:15 Uhr in der mufab statt.

 

Das mufab-Trash-Orchester
Mindestens sechs Teilnehmer, 45 Minuten/Woche | 36 Euro/Monat je Teilnehmer/-in
info@mufab.de

 

mufab Aachen
Grüner Weg 28, 52070 Aachen
0241 5154899, musikschule-mufab.de

Bleibe immer auf dem Laufenden

Ich will nichts verpassen und möchte wöchentlich den kostenlosen KingKalli-Newsletter erhalten und über aktuelle Themen und Termine auf dem Laufenden gehalten werden.

Ich bin damit einverstanden, den Newsletter zu erhalten und weiß, dass ich mich jederzeit problemlos wieder abmelden kann.

Weitere Artikel

Hinterlasse einen Kommentar