Tinkerbell und die Piratenfee

in Filmarchiv, Im Kino, Standard

Walt Disney würde im Grab rotieren, wenn er diese Zustände mitbekommen müsste. Nicht etwa, weil ich einem Riesenkonzern Ausverkauf vorwerfen möchte, Disney selbst war Geschäftsmann durch und durch. Aber mit Vision, mit Hang zum Unmöglichen, nie Dagewesenen. Die Tinkerbell-Filme untergraben jeglichen Qualitätsanspruch und sind weitere  Sargnägel für die künstlerische Integrität des Studios, dass seine Alleinstellungsmerkmale längst verloren hat. Auch von dem neuen Machwerk um die kleine Fee aus „Peter Pan“ muss ich dringend abraten und das fängt schon bei der Oberfläche an. Wieder sind die Animationen weit hinter ihren Möglichkeiten: Ein solch unterambitioniertes Filmchen ins Kino zu bringen ist schlichtweg blamabel. Die starke Sexualisierung von Tinkerbell und das mitgebrachte Weiblichkeitsbild entsprechen zwar der Disneyvorlage, allerdings muss man das relativieren: Erstens stammt diese aus den konservatiben Fünfzigern, zweitens ist die sexy gezeichnete und knapp bekleidete Fee dort eine Nebenfigur. Hier ist sie Hauptdarstellerin und Identifikationsfläche für Kindergartenmädchen mit erstem Schminkkoffer. Das wäre noch wenigstens diskutabel, wenn man es nicht ohnehin noch mit einem auf schnelles Geld abgezielten und intelligenzunterfordernden Produkt zu tun hätte. Es gibt so viele schöne Filme, die man Kindern zeigen könnte oder sollte. Dieser gehört nicht dazu.

USA 2014 | Regie: Peggy Holmes | 78 Min.  | FSK: ohne Altersbeschr


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