Schule und digitaler Wandel

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Schule muss mit dem digitalen Wandel gehen! Das wird schon seit Jahren gesagt. Am St.-Leonhard-Gymnasium hat sich dazu in den letzten Jahren natürlich das ein oder andere verändert: Anstatt Fernsehern gibt es zum Beispiel Beamer, und in den neueren Räumen hängen Smartboards an den Wänden. Was die meisten anderen Teile des Schulalltags angeht, blieb aber zunächst alles beim Alten. Schwarzes Brett, Essensmarken aus Papier und Zettel, Zettel, Zettel.
Seit Anfang März hat aber auch in diesem Bereich eine große Veränderung begonnen, und zwar mit der LeoApp, einer schuleigenen App, die all die Dinge, die noch umständlich und über Aushänge am Schwarzen Brett oder über verteilte Zettel geregelt werden mussten, digitalisiert und vereint.
Acht Features, wie die einzelnen Teile genannt werden, umfasst die LeoApp: die digitalen Essensbons, Klausur- und Stundenplan, Umfragen, ein Stimmungsbarometer, das digitale Schwarze Brett, den IT-Problemlöser und einen schulinternen Messenger.
Während einige dieser Features generell zu Schulen passen, zum Beispiel das Schwarze Brett oder der Klausurplan, sind andere ein wenig spezieller und an die Schule angepasst. Besonders die Essensbons verbessern ein System, das an anderen Schulen teilweise über Chipkarten und Ähnliches läuft: In der Mensa werden am Leo Zettel abgegeben, auf denen vermerkt ist, welches Essen bestellt wurde. Sie müssen vorher ausgedruckt werden, und es ist außerdem schwer zu kontrollieren, ob nicht ein Bon zweimal ausgedruckt und abgegeben wurde. Die LeoApp arbeitet deswegen mit QR-Codes, die in der Mensa vom Handy abgescannt werden können.
Auch die App selbst ist an die Schule angepasst: Damit nur Schüler und Lehrer des Leos die LeoApp nutzen können, muss man sich mit seinen Schuldaten anmelden. So erkennt die App, ob es sich um einen Schüler oder Lehrer handelt und in welche Klasse bzw. Stufe der Schüler geht. Gleichzeitig wird die App dadurch auch individuell an den Nutzer angepasst, denn man sieht zum Beispiel nur Umfragen, Klausuren und Einträge am Schwarzen Brett, die die eigene Stufe betreffen.
Ebenso können Nutzer ihre gewählten Kurse auswählen und haben damit ihren persönlichen Stundenplan auf dem Handy.
Dazu kommt der IT-Problemlöser, der helfen soll, kleinere Technikprobleme selbst zu beheben, das Stimmungsbarometer, das die Meinung der Schule zu einem bestimmten Thema abbildet, und der Messenger, mit dem Schüler und Lehrer untereinander kommunizieren können, ohne dass Nummern oder E-Mail-Adressen weitergegeben werden müssen.
Das, was die LeoApp kann, ist jedoch nicht die einzige Besonderheit, denn sie ist nicht nur irgendeine App für die Schule, sondern wurde auch von Schülern programmiert. Das Grundkonzept und das LeoApp-Team entstanden dabei bereits Anfang 2017 im Projektkurs Informatik. Dabei entwickelte jeder Schüler sein eigenes Feature und programmierte dies im Laufe der nächsten Monate. Die Grundlagen der Appentwicklung hatten wir bereits im ersten halben Jahr des Projektkurses gelernt. Nun musste der Rest selbst erarbeitet werden, dabei griff uns unser Lehrer Herr Meltzow zwar unter die Arme, programmierte selbst jedoch nicht mit. Und untereinander halfen wir uns natürlich auch.

Nach vier Monaten des Programmierens, was schon seine Tücken gehabt hatte, fügten wir die einzelnen Teile kurz vor den Sommerferien 2017 zu einer großen App zusammen. Von da an mussten wir auch enger zusammenarbeiten, was bei einer Gruppe von sieben Personen nicht immer ganz einfach lief. Nachdem wir uns aber eingespielt hatten, ging die Arbeit erst richtig los. Als Abschlussprojekt des Projektkurses war die App zwar durchaus präsentierbar, aber bevor sie unter die Leute gebracht werden konnte, wurde noch viel gearbeitet. Alte Konzepte wurden komplett überarbeitet, und gleichzeitig stellten wir zunächst den Lehrern die App vor.
Hatten wir zunächst noch im Projektkurs gearbeitet, lief die Arbeit an der App nun komplett in unserer Freizeit. Dabei trafen wir uns nicht nur zu Hause und in der Schule, sondern durften auch im Digital Hub arbeiten.
Mit der Zeit konnten wir immer mehr Erfolge verbuchen, besonders als wir die App im Herbst das erste Mal in der Schule präsentierten und durchaus viel positives Feedback bekamen.
Ein Jahr nach Beginn der Arbeit an der App fuhren wir im Januar 2018 für zwei Tage nach Jülich, um an der App zu arbeiten, die Veröffentlichung zu planen und unsere Teilnahme am Wettbewerb DigiYou vorzubereiten.
Bei diesem hatten wir uns bereits einige Monate früher beworben und waren auch in die Endrunde gekommen, die Anfang März stattfand. Dort präsentierten wir die App mit einem selbstgedrehten Film und an einem Stand vor einer Jury. Die Mühe zahlte sich aus und wir gewannen den Wettbewerb.
Nicht mal einen Monat später konnten wir die App dann auch endlich veröffentlichen, was aber natürlich noch nicht das Ende der Arbeit bedeutet: Der diesjährige Projektkurs arbeitet zum Teil bereits an neuen Features, denn auch nachdem wir die Schule abgeschlossen haben, soll die Arbeit an der App weitergeführt werden, damit sie sich mit der Schule und der Zeit entwickeln kann. Schließlich ist die Digitalisierung nicht einfach abgeschlossen und die LeoApp außerdem eine App für Schüler von Schülern. Und das bedeutet, dass die Schüler (und Lehrer) auch ein Mitbestimmungsrecht haben sollen, was die App noch können soll. So wird außer am Vertretungsplan auch an einem SV-Portal gearbeitet, das sich die Schülervertretung gewünscht hat, um besser mit dem Rest der Schule kommunizieren zu können. Ansonsten wird man sehen, wie sich die App und der Schulalltag weiterentwickeln und welche Ideen zur Digitalisierung von Schulen in nächster Zeit noch kommen.

Links zum Wettbewerb und zu einem dazugehörigen Blog:

digiyou.de/veranstaltungen/abschlussveranstaltung-2018
digiyou.de/der-wettbewerb/projektblog

 



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