Die Matschexperten

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Mit der Zubereitung von Matschepampe, Hexensuppen und Krötenschleim kennen sich Maria, Tomi und Chris bestens aus. In ihrer Gartenküche haben sie diesmal für KingKalli ausprobiert, aus Erde, Löwenzahnblüten und Birkenblättern Malfarben herzustellen. Ob man damit am Ende tatsächlich malen kann und warum das Sammeln und Vermischen der Zutaten nicht nur Spaß macht, sondern auch gesund ist, erzählen wir hier.

Unsere Kinder unterhalten ihre selbstgebaute Matschküche eigentlich schon immer völlig autonom. Erstens, weil kein Erwachsener so richtig Lust an dem Gematsche findet, und zweitens, weil die Kinder das auch gar nicht mit uns teilen wollen. Auch heute dauert es nur einen kurzen Moment, bis sich die drei einig sind, was „gekocht“ wird und wer dabei welche Rolle übernimmt. Wie immer wird der Küchenschrank durchforstet. Töpfe, Schüsseln und Kochlöffel werden in den Garten getragen und auf der kleinen Holzbank verteilt. Gießkannen, Eimer und Schaufeln folgen aus der anderen Richtung. Dann geht es mit den Zutaten weiter: Für eine „schöne“ Matschepampe benötigen die Kinder nach eigener Aussage nur Erde und Wasser. Noch „schöner“ wird’s allerdings, wenn noch Gras, Blüten, kleine Steine und Sand hinzugefügt werden. Kleine Kinder haben übrigens auch keine Hemmungen, schon mal Regenwürmer in der Pampe verschwinden zu lassen – hier sind die Erziehungsberechtigten aufgefordert, Kinder darauf hinzuweisen, dass auch Würmer Tiere sind und Gefühle haben.
Sichtbar zufrieden rühren die Matschköchinnen und -köche in ihrem Topf voll Schlamm. Ihre Gesichter sind jetzt mit braunen Sommersprossen geziert, die Klamotten und Hände ebenfalls – die drei Kinder sind voll in ihrem Element. „Mehr Matsch“, rufen sie oder „Wir brauchen Wasser“. Eine Schubkarre wird kurzerhand zur Spülstelle umfunktioniert, in der die übrigen Behälter später gesäubert werden.

Kinder brauchen Matsch

Studien belegen immer wieder, dass sich Menschen in natürlichen Umgebungen am besten entwickeln können. Das gilt für unsere Stimmung, die psychischen und die körperlichen Zustände und für die Entwicklung verschiedener Fähigkeiten. Natur ist das Umfeld, in dem sich Emotionen entfalten können. Ganz nebenbei wird aber auch die körpereigene Abwehr durch das Spielen mit Dreck gefördert. Denn wenn unser Immunsystem mit potenziellen Erregern konfrontiert wird, entwickelt es bekanntlich Antikörper. Unser Organismus ist von Geburt an auf ein gewisses Maß an Schmutz eingestellt. Mit einer zu sauberen Umgebung tun wir unseren Kindern also keinen Gefallen. Übermäßige Hygiene steht sogar im Verdacht, spätere Allergien oder auch Asthma zu begünstigen.

Farben selbst herstellen

Matschen macht Spaß und ist gesund, aber was ist noch möglich, wenn man natürliche Zutaten sammelt und verarbeitet? Einmal die Farben des Sommers einfangen und festhalten, das wäre was. Die gelben Löwenzahnblüten, das grüne Gras und der rote Mohn lassen sich angeblich zu Malfarben verarbeiten. Wir haben es ausprobiert.

Die Kinder sammeln auf der Wiese Unmengen an Löwenzahnblüten und befreien sie von allem, was grün ist. Maria ist ganz angetan von der weichen, gelben Blütenmasse und rührt verträumt mit den Fingern darin. Nach Zugabe von etwas Wasser versuchen wir, die Blüten mit einem dicken Stock zu zerdrücken. Diese Methode ist den Kindern aber schnell zu aufwendig, und sie haben eine bessere Idee: Sie geben etwas mehr Wasser zu den Blüten, greifen eine Handvoll davon und zerdrücken sie mit der Faust, wobei sie den Saft in einem Glas auffangen.

In der Zwischenzeit gehe ich in meine eigene Küche und zerkleinere einen Teil der Löwenzahnblüten mit dem Pürierstab und gebe sie anschließend durch ein Sieb. Ein satter, ockergelber Brei entsteht. Ich füge zum Eindicken noch etwas Speisestärke hinzu und gebe die Masse in ein Schraubglas. Sieht aus wie richtige Farbe. Das Gleiche mache ich noch mal mit Birkenblättern und erhalte zu dem Gelb noch ein sattes Hellgrün.

Die Kinder haben ebenfalls eine Menge Farbe zubereitet, die etwas dunkler ausfällt, weil wohl die ein oder andere Zutat während meiner Abwesenheit hinzugefügt wurde. Wir dicken ihre Masse ebenfalls etwas ein, dann hängen wir eine große Papierbahn an die Garagenwand und probieren unsere Pflanzenfarben aus. Anfangs noch ganz vorsichtig, doch dann immer wilder entsteht ein riesiges Gemälde. Die Farben funktionieren gut, am Ende wird das Bild trotzdem komplett braun. Denn der Matschekessel wurde hinzugeholt und in den kreativen Prozess eingebunden. Wir sind farblich ebenfalls kaum noch vom Gemälde zu unterscheiden und lassen uns zufrieden ins Gras fallen.

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