Warum Haustiere als Geschenk keine gute Idee sind

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Zwei große Dackelaugen schauen flehend nach oben: „Bitte, bitte, nur ein kleines. Sonst wünsch ich mir nichts zu Weihnachten. Auch nächstes Jahr nicht! Ich mach auch immer sauber. Versprochen!“ Kann man Kindern mit diesem Blick etwas abschlagen? Man kann, zumindest wenn es um die Anschaffung von Haustieren geht.

Viele Eltern werden aber gerade zur Weihnachtszeit weich, selbst wenn Kopf oder Bauch gegen die Einladung von Hamster, Schildkröte und Co. in die eigenen vier Wände sprechen. „Aber nur, wenn du dich wirklich alleine darum kümmerst und ich keine Arbeit damit habe“, ist eine beliebte Antwort auf die Bitte des Sprösslings. Dabei verdrängen Eltern oft, dass letztlich nicht ihre Kinder die Verantwortung für Vierbeiner, Krabbeltier und Federvieh tragen, sondern sie selbst. Gerade von jüngeren Kindern kann man nicht erwarten, dass sie richtig einschätzen, wie viel Pflegeaufwand und Kosten mit der Tierhaltung verbunden sind und was es bedeutet, für mehrere Jahre für ein anderes Lebewesen zuständig zu sein. Unentschlossene und vor allem in der Tierhaltung unerfahrene Eltern sollten sich deshalb einige Fragen stellen:

1. Ist das Haustier allen Familienmitgliedern willkommen?
2. Bin ich bereit, über Jahre hinweg selbst für das Tier zu sorgen und es zu beschäftigen, falls mein Kind das Interesse verliert, im Schul-stress keine Zeit mehr dafür aufbringt oder aus dem Haus geht?
3. Bin ich bereit, mich gemeinsam mit meinem Kind ausführlich über artgerechte Haltungsbedingungen zu informieren?
4. Habe ich die Stärke, auch gegen den Widerstand des Kindes auf die Anschaffung zu verzichten, wenn wir dem Tier keine angemessenen Lebensbedingungen bieten können?
5. Kann ich alle Kosten dauerhaft tragen? (Dazu gehören neben Anschaffungs- und Futterkosten die Kosten für die tiergerechte Gestaltung von Wohnung oder Garten, Tierarztkosten und je nach Tierart Kosten für Einstreu, Versicherungen, Stromkosten, Steuern, Gebühren für Hundeschule, Tiertrainer und Urlaubsbetreuung sowie Reparaturkosten.)
6. Ist auch im Urlaub für die Betreuung des Tieres gesorgt?

Wenn Eltern alle Fragen mit ja beantworten können, ist die Chance groß, dass der neue Hausbewohner ein schönes Leben haben wird und für alle Familienmitglieder eine Bereicherung darstellt. Das Zusammenleben mit Tieren kann das Verantwortungsbewusstsein und das Selbstvertrauen von Kindern stärken und sie beim Erwerb vieler lebenspraktischer Fähigkeiten unterstützen.

Dennoch sollte auf tierische Überraschungen unter dem Christbaum generell verzichtet werden: Der Trubel in den Festtagen bedeutet für Tiere Stress, und Kinder sollten unbedingt in die Auswahl „ihres“ Haustiers einbezogen werden. Eine gute Geschenkalternative sind Bücher zum Wunschtier. So können sich alle Familienmitglieder in Ruhe auf die Ankunft der Geschwister Mümmel, Herrn Bello oder Wanda vorbereiten.

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