„Wa(h)re Bildung“: Freiwillige Soziale Dienste diskutieren Wert von Bildung in Zeiten von G8 und Bachelor-Studiengängen

in Aktuelles um die Ecke, Familienpolitik

Ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Bundesfreiwilligendienst kann vieles für junge Menschen sein – eine bewusste Auszeit zwischen Schule und Beruf, eine Möglichkeit des Erwachsenwerdens, eine Probezeit für die richtige Jobwahl oder eine Wartezeit auf die Studienzusage. Zu dem Themenkomplex findet am 10. März 2016 eine Fachtagung in Stolberg statt.

„Mit dem Freiwilligendienst bewegen wir uns jedoch immer häufiger im Spannungsfeld zwischen den Anforderungen des Marktes, den individuellen Karriereplanungen der Freiwilligen und unserem Ziel der Persönlichkeitsbildung“, stellt Sigrid Ophoff, Leiterin der Freiwilligen Sozialen Dienste im Bistum Aachen e.V. (FSD), fest. Die sich hieraus ergebenen Fragestellungen und Konsequenzen für die Zukunft werden bei der Fachtagung „Wa(h)re Bildung“ am Donnerstag, den 10. März 2016, von 9 bis 16 Uhr im Zinkhütter Hof in Stolberg diskutiert. Eingeladen sind Interessierte aus Schulen, sozialen Einrichtungen, dem Gesundheitswesen sowie aus Einrichtungen, die Freiwilligendienste anbieten. Anmeldungen sind ab sofort unter www.fsj-aachen.de oder unter Telefon 0241 413609-0 möglich. Die Tagungsgebühr beträgt 80 Euro, bei einer Anmeldung bis zum 15.01.2016 6o Euro.

Persönliche Bildung oder Verwertbarkeit für den Markt?

Das Einführungsreferat hält Prof. Dr. Jochen Krautz (u. a. Studienrat, Professor für Kunstpädagogik/Wuppertal, Gründungs- und Beiratsmitglied der Gesellschaft für Bildung und Wissen). Seine These: Bildung habe sich – nicht zuletzt durch die Pisa-Studie, das Abitur nach der Jahrgangsstufe 12 (G8) oder die Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge – verändert. Im Fokus stehe immer häufiger der Wissenserwerb. Die Vermittlung von persönlicher Bildung und sozialen Kompetenzen träte in unserer leistungsorientierten Gesellschaft entweder in den Hintergrund oder müsse für den Arbeitsmarkt wie eine Ware verwertbar sein.

Nach dem Einführungsreferat gibt es in den Workshops die Möglichkeit, das Gehörte unter verschiedenen Blickwinkeln zu vertiefen. So wird beispielsweise die Frage aufgeworfen, ob Schule heute überhaupt ein Ort für optimale Potentialentfaltung der Kinder ist. Oder ob durch den erhöhten Leistungsdruck im Studium noch souveräne Persönlichkeiten ausgebildet werden können.

Weitere Referenten bei der Veranstaltung sind: Prof. Dr. Marianne Genenger-Stricker (Katholische Hochschule Aachen), Veronika Schönhofer-Nellessen (Geschäftsführerin des Vereins Palliatives Netzwerk für die Region Aachen e. V.), Alfons Döhler (Schulentwicklungsbegleiter, Leiter Initiative „Schule im Aufbruch“ Büro Rheinland) sowie Monika Hintsches (Sozialarbeiterin, Kabarettistin).

Weitere Informationen und Anmeldung:
Veranstalter: Freiwillige Soziale Dienste im Bistum Aachen e. V.
Tagungsort: Zinkhütter Hof, Cockerillstrasse 90, 52222 Stolberg
Programm und Anmeldung: Telefon 0241 4136090
www.fsj-aachen.de/fachtag_2016.html

Der Flyer als PDF

160310 Flyer Fachtag FSD Aachen

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