Visite bei der Gamescom 2014

in Aktuelles um die Ecke, Fotos – Vor Ort

Gamer, YouTuber, Cosplayer und alle, die nur spielen wollen treffen sich auch dieses Jahr wieder auf der Gamescom, der weltgrößten Messe für interaktive Unterhaltungselektronik, die 2013 rund 340.000 Besucher gezogen hat. Wir haben auch vorbeigeschaut. Wer geht hin und was kann man da so machen? Und ist die Gamescom ein Familienevent?

Zwei Wochen vor Beginn ist die Gamescom bereits ausverkauft. Bei Ebay werden Karten, die regulär 7 bis 11 Euro gekostet haben, für 160 Euro versteigert. Die Bilder, die wir vom Donnerstag im Netz finden zeigen einen so großen Besucheransturm zum Veranstaltungsbeginn, dass wir bei facebook die Communitiy fragen: „Um 10 Uhr da sein, oder besser etwas später?“ „Auf jeden Fall ’ne Stunde später“ ist die Antwort. Also nehmen wir um 9:51 Uhr in Aachen den Zug, so dass wir um ca. 11 Uhr beim Messegelände Köln Deutz sind.

Wie auch schon 2013 werden die Besucherströme über möglichst große Strecken über das Außengelände in die Halle geführt, überall wird darauf acht gegeben, dass sich die Menschen nicht stauen können. Zügig erreichen wir den Eingang bei Halle 11. Bis wir auf dem Gelände sind ist es dennoch fast 11:30 Uhr. Damit haben wir den Auftritt von Chart-Stürmer Kollegah auf der Bühne von Electronic Arts bereits verpasst. Der Rapper wird in einem Spiel von Electronic Arts zwei Sprechrollen übernehmen und hatte aus diesem Anlass einen Auftritt auf des Bühne des Games-Herstellers. Von dort strömen jetzt Tausende von Jugendlichen in die anderen Hallen.

Eine der größten Bühnen und eins der größten Highlights der Messe findet in Halle 8 statt. Riot Games ist wieder mit League of Legends (LOL) vor Ort. Auf der Gamescom finden wie auch im Vorjahr die Playoffs der europäischen League Championship Series (LCS) statt.
Die Ernüchterung erfolgt jedoch schnell. War Halle 8 im Jahr 2013 noch ein absolutes Highlight, wo man auf einer gigantischen Fläche und von einer Caféteria aus die Gelegenheit hatte, auf die Bühne und riesige Leinwände zu schauen, so ist diesmal der Bühnenbereich in einem riesigen eigenen uneinsehbaren Kasten hermetisch abgeriegelt. Um den Bereich herum steht in einem abgegrenzten Bereich die Schlange der Wartenden, die auch Einlass zu den Play Offs bekommen möchten. Wartezeit: zwei Stunden.
Ein Ordner erklärt mir, dass Riot Games sich für diese Maßnahme entscheiden musst, da der Zustrom sich sonst nicht handeln ließe. Alle paar Meter stehen Ordner in gelben Westen, die weitere Interessierte, die zu dem Bereich strömen, mit Megafonen permanent auffordern weiterzugehen. Die Menge darf sich auf keinen Fall stauen. Deswegen werden auch die großen Vorhänge, durch die die Wartenden nach zwei Stunden eingelassen werden, auch immer wieder zugezogen. Man soll nicht stehen bleiben, um einen Blick auf die Bühne zu erhaschen.
Eigentlich hatte ich vorgehabt, wieder die einzigartige Atmosphäre bei LOL aufzusaugen, gehe aber nun wieder in den offenen Bereich von Halle 8 zurück. An mehreren Ständen hat Riot Games dort kleinere Bühnen und Leinwände, sowie einen eigenen Cosplay-Bereich und Schminkstände aufgebaut, um seine Fans nicht zu enttäuschen. Auch diese Bereiche sind sehr gut besucht, zahlreiche hoch professionelle Cosplayer tummeln sich hier und Maskenbildner schminken Besucher zu LOL-Charakteren.

In den Hallen 6 bis 9 haben alle namhaften Spielehersteller ihre Stände und Bühnen aufgebaut. Es sind ca. 700 Aussteller vertreten. Insgesamt bietet sich hier das gleiche Bild wie auch 2013. Bei den beliebtesten Spielen bilden sich große Schlangen mit Wartezeiten bis zu zwei Stunden. Einlass bekommt aus Jugendschutzgründen nur, wer ein passendes Altersarmband vorzeigen kann. Die Jugendlichen, die dafür gekommen sind, sich Spiele anzuschauen oder zu testen sind alle geduldig und auf die Wartezeiten vorbereitet. Viele haben Campingstühle und Proviant dabei, um die Wartezeit zu überbrücken. Die meisten spielen dabei Games auf ihren Smartphones, einige lesen Bücher oder Comics.

Halle 10 fungiert wieder unter dem Motto „Funsport, Action und Chillout“. Hier treffen sich die Cosplayer im cosplay village, es gibt Verkaufstände mit allem rund um Manga und Cosplay, ebenso wie viele analoge Beschäftigungsmöglichkeiten wie Human-Kicker, Torwandschießen, eine große Skate-Area, wo auch ein Teil der deutschen Skateborad-Meisterschaft ausgetragen wird. Außerdem treffen sich verschiedene Clubs mit ihren Modellautos, um Jugendlichen das RC Drifting vorzustellen.
Auch die Deutsche CaseMod-Meisterschaft hat hier eine Station aufgeschlagen. Aus alten PC-Gehäusen entstehen in einem Wettbewerb Kunstwerke.
Im Retro-Games-Bereich auf 1.000 qm können Besucher an alten Computern und Flippern alte Klassiker ausprobieren. Zudem gibt es eine Bühne mit einem Rahmenprogramm, wo Berufe rund um Games vorgestellt werden und Diskussionen rund um Jugendschutz und Altersfreigabe stattfinden. Hier haben auch Unis wie die RWTH-Aachen ihre Stände aufgeschlagen und es gibt ein analoges schwarzes Brett mit einer Jobbörse.

In Halle 10 befindet sich erstmals auch die Kinderbetreuung für Kids ab 4 Jahren, wo sich diese außerhalb des Trubels altersgemäß beschäftigen können. Natürlich fehlt auch hier eine Spielconsole nicht.
Cafeterias und Essstände sind auch in Halle 10 untergebracht. Die Preise haben im Vergleich zum Vorjahr deutlich angezogen. Konnte die Messe 2013 noch als erfreulich günstig durchgehen, so kann man das in diesem Jahr nicht mehr behaupten. 3,40 Euro für eine kleine Flasche Wasser und 5 Euro für einen Burger oder 3,40 Euro für ein Hot-Dog, das sind diesmal schon übliche Messepreise.

Da es regnet und kalt ist, haben wir den Outdoorbereich in diesem Jahr ausgelassen. Eigentlich warten dort noch Beach-Volleyballfeld, Strand und ein rotierender Teppich, auf dem man surfen kann.
Nach acht Stunden Messebetrieb bemerkt man um 18 Uhr bei den Besuchern eine allgemeine Ermüdung. Viele sitzen in den Hallen und Gängen auf dem Boden, einige schlafen. Zusammen mit einer großen Menschenmenge machen wir uns auf dem Heimweg. Jetzt, wie auch den ganzen Tag schon sind die Ordner im Dauereinsatz. Das Sicherheitskonzept, das das Lenken der Besuchermassen betrifft, wirkt sehr durchdacht. Immer wird darauf geachtet, dass in den Gängen und grade auf den Treppen keine Besucherströme aufeinandertreffen, die in entgegengesetzte Richtungen laufen. Bei den Ausgängen stehen jetzt zig Ordner und fordern dazu auf, zügig durch die Drehtore zu gehen und nicht stehen zu bleiben. Zum Bahnhof wird man in einem großen Bogen gelenkt. Wir überlegen, besser direkt zum Hauptbahnhof durchzugehen, nehmen aber dann doch den Zug von Bahnhof Deutz, was kein Problem ist.
Viele Besucher strömen jetzt auch in die Kölner Innenstadt, wo noch bis 22 Uhr ein Musikfestival im Rahmen der Gamescom stattfindet. Erst am nächsten Tag erfahren wir, dass auch bei dem Messe-Gelände in Köln-Deutz noch bis 22 Uhr YouTuber vor den Türen Autogramme gegeben haben, – das haben wir dann wohl verpasst.

Alles in allem war die Gamescom in diesem Jahr den entscheidenden Tick zu voll. Auch im Netz finden sich viele Kommentare zu diesem Punkt. So kommentiert Nanu Nana: „Lieber würde ich das doppelte oder dreifache mehr bezahlen für 50% weniger Besucher“.

Als Familienevent empfehlen wir die Gamescom eher nicht. Aus gutem Grund ist unter vier Jahren kein Zutritt gewährt, auch nicht in Begleitung der Eltern. Die Menschenmassen und die sehr intensiven Bilder durch Kulissen und Cosplayer sind auch nur bedingt geeignet. Kinder zwischen 4 und 6 Jahren haben mit Eltern freien Eintritt. Kinder von 7 bis 10 Jahren dürfen nur in Begleitung von Erziehungsberechtigten auf die Gamescom. Wir würden eine Begleitung bis ca. zum 13. Lebensjahr empfehlen.

Interview mit Lasse (14) und Lukas (14)

15.08.2014 | 10 Uhr
Was habt ihr so vor auf der Gamescom?
Wir haben uns einen Zeitplan aufgestellt, was wir sehen und wen wir treffen wollen. Vorallem sind wir für die YouTuber da, die wir sehen wollen, so wie auch letztes Jahr.
Außerdem wollen wir bei den Playoffs bei League of Legends zuschauen.

Woher wisst ihr, was so los ist?
Von facebook. Wir sind dort mit unseren Lieblings-YouTubern verlinkt, und erfahren so, wo sie grade sind und wo man sie treffen kann.

15.08.2014 | 19 Uhr
Wie hat es Euch auf der Gamescom gefallen? Konntet ihr das machen, was ihr geplant hattet?
Wir fanden es in diesem Jahr zu voll. Also nicht ganz so gut wie 2013.
Bei League of Legends sind wir nicht reingekommen, wir wollten nicht zwei Stunden warten. Auch bei den YouTubern war es viel zu voll. Teilweise sind die Bereiche abgesperrt worden und man kam nicht mehr hin. Zum Glück haben wir auf dem Bahnsteig noch einen getroffen und Fotos mit ihm gemacht und mit ihm geplaudert. Er fand es auch zu voll in diesem Jahr.

Was denkt ihr, wozu gehen die meisten Besucher auf die Gamescom?
Höchstens 40 % wollen Spiele anschauen und spielen. Sehr viele gehen nur für League of Legends hin.
Die anderen wollen YouTuber treffen oder sind Cosplayer, oder kommen nur so vorbei, um sich alles anzuschauen.

Glaubt ihr, dass die Leute enttäuscht sind, die wegen League of Legends gekommen sind?
Nein, die warten bestimmt auch zwei Stunden, um reinzukommen. Nach zwei Spielen haben sie die Besucher sicher immer ausgetauscht.
Und der restliche Bereich von Riot Games war auch toll.

Wart ihr mit dem Drumherum, zum Beispiel dem Essen zufrieden?
Das war sehr teuer. 5 Euro für einen kleinen Burger. Und 8 Euro für asiatische Nudeln mit Hühnchen.
Nächstes Jahr werden wir auf jeden Fall unser Essen selber mitbringen. Komisch fanden wir, dass die Rucksäcke nicht kontrolliert werden. Man darf alles mitnehmen.

Ab welchem Alter ist die Gamescom eurer Meinung nach geeignet?
Nicht unter 12. Obwohl: Wir haben auch jüngere gesehen. Zum Beispiel einen kleinen Jungen, der ein LOL-Charakter war, so wie auch sein Vater.

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