Schulbegleitung: Kindern mit Behinderung zur Seite stehen

in Aktuelles um die Ecke, Familienleben

„Dem Kind eine Vertrauensperson sein“, so beschreibt Tameri Weber ihre Tätigkeit als Schulbegleiterin. „Jemanden zu begleiten, sodass derjenige seinen Weg gehen kann.“ Seit fast drei Jahren arbeitet Weber als Schulbegleiterin eines Jungen mit Behinderung an einer Grundschule. Ihre Kollegin Iris Wiedau betreut seit 2012 zwei Sechstklässler einer Förderschule. Die kleinen Schritte der Kinder zu beobachten ist das, was sie an ihrer Arbeit liebt und motiviert. „Es ist zudem eine sehr humorvolle Arbeit, bei der man oft lacht“, ergänzt Weber. „Die Kinder geben einem viel zurück.“
Seit rund 15 Jahren gibt es den schulbegleitenden Dienst des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte Aachen e. V. (VKM). „Ursprünglich ging es um die Schulbegleitung an Förderschulen, sie betraf vor allem Kinder und Jugendliche mit körperlichen Behinderungen“, erzählt Alexander Döen, Teamleitung Schulbegleitender Dienst. „Mittlerweile sind Kinder mit geistigen und sozial-emotionalen Behinderungen mit eingeschlossen.“ Insbesondere die UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 brachte grundlegende Veränderungen mit sich, denn das Ziel ist hier, dass der gemeinsame Schulbesuch von behinderten und nicht behinderten Kindern in einer Regelschule als Normalfall gilt und keine Ausnahme sein soll.
 
In der Regel wird ein Antrag für Schulbegleitung beim Sozial- oder Jugendamt gestellt. „Diese entscheiden dann, ob eine Fachkraft oder eine angelernte Kraft notwendig ist“, erklärt Döen. „In manchen Fällen kann auch eine medizinische Fachkraft nötig sein. So zum Beispiel bei Epilepsie.“ Ist der Antrag genehmigt, hilft der VKM bei der Suche nach der passenden Schulbegleitung. Hierbei ist wichtig, dass alle Beteiligten miteinander harmonieren. Denn, so Wally Schneidewind (Teamleitung Schulbegleitender Dienst): „Das Ziel ist immer eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern, Kind, Lehrern und Schulbegleitern.“
 
Kern der Arbeit ist es, das Kind dabei zu unterstützen, den Schulalltag gut zu bewältigen und so z. B. bei der Umsetzung von Lerninhalten oder schulischen Aktivitäten zu helfen. Schulbegleiter fördern die Sozialkompetenzen ihres Kindes und sind bei der Integration in die Klassengemeinschaft behilflich. Je nach Art der Behinderung fallen zudem Pflegetätigkeiten an. „Es ist außerdem wichtig, sich ständig selbst zu spiegeln“, merkt Weber an. „Man muss überlegen, wie man dem Kind am besten helfen kann, aber auch reflektieren, was heute vielleicht nicht so gut geklappt hat.“ Für sie ist es vor allem entscheidend, Kinder in ihrem Selbstvertrauen zu stärken und für Fortschritte zu loben. „Trotzdem darf man aber auch nicht klammern“, gibt sie zu bedenken. „Die Kinder müssen ihren eigenen Weg gehen.“
 
Es werden immer wieder kurzfristig Schulbegleiter ab 18 Jahren gesucht, besonders zu Beginn des neuen Schuljahrs. Wichtig ist, dass die Bewerber empathisch, offen und zugewandt sind und im besten Fall eine pädagogische Ausbildung oder zumindest Erfahrung im Umgang mit Kindern und Jugendlichen mitbringen. Interessierte richten ihre Bewerbung bitte an bewerbung-sbd@vkm-aachen.de (zu Hd. Frau Iven) oder melden sich unter 0241 9128400.
www.vkm-aachen.de

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