Logistische Herausforderung größer als angenommen – noch 109.000 Flüchtlinge in NRW nicht registriert

in Aktuelles um die Ecke, Flüchtlingshilfe

Der große Flüchtlingszustrom hat etwas nachgelassen und gibt den Bezirksregierungen, Städten und Gemeinden eine Pause um Liegengebliebenes aufzuarbeiten. In diesem Zuge wurde die Presse heute von der Ausländerbehörde der Städteregion Aachen darüber in Kenntnis gesetzt, dass in der StädteRegion noch rund 3.800 Flüchtlinge nicht registriert wurden. Alleine die Stadt Aachen ist mit über 1.600 Fällen betroffen. In ganz NRW belaufen sich die Zahlen auf 109.000 Fälle, die ab kommender Woche nachbearbeitet werden sollen.
Aus unserer Region werden die Flüchtlinge hierzu mit Bussen zur Registrierungsstelle in Niederaußem gefahren. Die Registrierung umfasst die erkennungsdienstliche Erfassung. Erst nach der Registrierung kann ein Asylantrag gestellt werden. Bis zur Vergabe eines Termine hierfür können weitere Monate vergehen.

Wie es passiert ist kann nicht genau rekonstruiert werden, jedenfalls ist jetzt deutlich geworden, dass die große Anzahl Menschen, die im letzten Herbst in Deutschland und großteils in NRW ankamen, noch nicht komplett erfasst werden konnte. Von Überforderung ist da die Rede und was in anderen Bundesländern los sei, könne man auch nicht genau sagen.
Von 6.267 Flüchtlingen in der StädteRegion Aachen sind derzeit jedenfalls noch 3.800 nicht – oder nur teilweise – registriert worden. Bei der Registrierung werden Fingerabdrücke genommen, die Identität und der Familienstatus sollen geklärt werden, es gibt eine erste Anhörung. Ausgestellt wurde dann bisher die BüMA (Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender). Nach der Registierung wurden die Personen einem Ort zugewiesen und mussten dort auf eine Einladung zur Stellung des Asylantrages der Bezirksregierung warten. Die BüMA war bisher zwingend notwendig, um zur Stellung des Asylantrages zugelassen zu werden.

Inzwischen wurde das Verfahren verbessert. Jetzt sollen alle Menschen statt der BüMA einen „Ankunftsnachweis“ erhalten. Alle Menschen ohne Registrierung oder mit einer unvollständigen „Teilerfassung“ sollen nun laut Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg, erstmals oder erneut registriert werden.
Für unsere Region bedeutet dies, das ab dem 11. Juli die Shuttlebusse nach Niederaußem wieder unterwegs sind um die 3.800 Betroffenen der StädteRegion zur Registrierungsstelle zu bringen.
Gewählt wurden die Schulferien, da viele Familien mit Kindern betroffen sind, die der Schulpflicht unterliegen.
Bislang war es so, dass erst nach der Registrierung der entgültige Aufenthaltsort zugewiesen wurde. Da die Menschen aber nun teilweise bereits seit 9 Monaten hier sind und sich eingewöhnt haben, wird versucht ihnen zu ermöglichen vor Ort zu bleiben. Begleitet werden sollen alle Menschen von Mitarbeitern der Gemeinden oder Hilfsorganisationen.

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