Elliot, das Schmunzelmonster

Der kleine Pete wächst im Neuengland des 20. Jahrhunderts unter schlimmen Umständen auf: Als Waisenkind wird er von seinen Zieheltern misshandelt und ausgenutzt – erst als er sich mit dem gutmütigen Drachen Elliot anfreundet, kommt Licht in sein Leben. Gemeinsam begeben sich die unterschiedlichen Freunde auf eine abenteuerliche Reise voller Gefahren.

Obwohl der Film in seinen Musicaleinlagen zentimeterdicken Staub angesetzt hat, er deutlich an seiner Überlänge krankt und die Songs trotz aller Beschwingtheit eher Fremdschamqualitäten entfalten, handelt es sich immer noch um eine bemerkenswerte Disneyproduktion. Zu den Stärken zählt nicht nur der von Chef-Animator und späterem Disneygegner Don Bluth wunderschön zum Leben erweckte Drache, vielmehr ist es die nahtlose Interaktion der gezeichneten Titelfigur mit seinem real gefilmten Umfeld. Ein alter Hut im Hause Disney, der in Klassikern von „Saludos Amigos“ bis hin zu „Mary Poppins“ zwar schon zur endgültigen Reife gekommen war, hier aber nochmal eine entscheidendere dramaturgische Funktion erfüllt. Unterm Strich bleibt „Elliot“ eine leicht vulgärpoetische Hymne auf die Imaginationskraft der Kindheit und deren endgültiges Verschwinden im Erwachsenenalter. Hermann Hesse trifft hier auf Busby Berkely, was zu einer höchst seltsamen, aus der Zeit gefallenen und dennoch ungebrochen charmanten Mischung führt.

USA 1977 | Regie: Don Chaffey | 134 Minuten | ohne Altersbeschränkung
erhältlich auf DVD

Weitere Artikel

Hinterlasse einen Kommentar

KOMMENTAR POSTEN Nach oben