Chico & Rita

in Aktuelles um die Ecke, Filmarchiv

Die spanische Regielegende Fernando Trueba versucht sich das erste mal an einem animierten Spielfilm – ein Wagnis, dessen Ergebnis wunschlos glücklich macht. Eine feurige Liebesgeschichte zwischen einem Jazzpianisten und einer Nachtclubsängerin, die im Kuba der Vierzigerjahre beginnt und von Beginn an von ungeheuren Gefühlen und Eifersuchtsdramen angeheizt wird: Obwohl es sich um einen Animationsfilm ohne Gewaltpotential und aufgesetzte Coolness handelt, ist Truebas schwermütig-elegisches Historienbild nicht geeignet für allzu junge Zuschauer. Ab dem fortgeschrittenen Teenager-Alter wird man um dieses poetische Kleinod wohl kaum herum kommen und sowohl die simpel gehaltenen, herrlich flächigen und markanten Zeichnungen als auch die sehnsuchtsverzehrte Musik unweigerlich ins Herz schließen.

Während das Charakterdesign und die Flüssigkeit der Animation leicht zu wünschen übrig lassen, nehmen die detailreichen Stadt- und Panoramabilder uneingeschränkt für sich ein. Tatsächlich ein Film, der von seinen Hintergründen bestimmt wird. Der oscarnominierte Kritikererfolg startet in Deutschland zwar übermäßig verspätet, lohnt den Kinobesuch aber allemal. Eine ganz und gar unkitschige und dennoch in höchstem Maße überwältigende Geschichte von der Liebe des Lebens, filigran formuliert und in der Beschreibung seiner historischen Dimensionen sehr genau beobachtet.

GB/SPA 2010 | Regie: Fernando Trueba

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