Aus der Serie „Omas Haushalts-Geheimwaffen“: Wundermittel Backpulver

in Familienleben

Wer hat’s erfunden? Eban Norton Horsford, US-amerikanischer Wissenschaftler und Schüler des Chemikers Justus von Liebig war das, Mitte des 19. Jahrhunderts. Obwohl Backpulver unter Einwirkung von Wasser, Säure und Wärme CO2 freisetzt, ist der Klima-Kollateralschaden, der zum Beispiel durch eine Tüte Dr. Oetker Backin entsteht, deutlich geringer als der, den etwa das Abroden eines handelsüblichen Regenwaldes verursacht. Wir können also guten Gewissens zu diesem Produkt greifen, dessen vornehmste und ursprünglich geplante Aufgabe das Backen eines Kuchens ist. Was aber, wenn schon sämtliche Schwarzwälder Kirschtorten für Tante Gisela, die 17 Marmorkuchen für den Nachmittagskaffee im Büro und das 12,3 Kilometer lange Backblech mit Streuselkuchen für den Kindergeburtstag in der Kita erfolgreich bewältigt und immer noch zweieinhalb Kilo Backpulver übrig sind? Hier ein paar (durchaus ernst gemeinte) Anwendungen für den Haushalt:

Gerüche neutralisieren
Ein halbes Tütchen Backpulver auf einen kleinen Teller streuen und ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen. Das Natron, das im Backpulver enthalten ist, neutralisiert Gerüche. Funktioniert auch bei Schuhen.

Kaffee- und Teekannen reinigen
Hartnäckige Kaffee- und Teespuren auf Kannen lassen sich mit einem Päckchen Backpulver leicht entfernen. Pulver ins Gefäß, mit Wasser auffüllen und über Nacht stehen lassen. Ganz wichtig: Auf keinen Fall den Deckel auf die Kanne legen, denn Backpulver zusammen mit Wasser dehnt sich aus!

Backofen reinigen
Eine Packung Backpulver in eine kleine Schüssel geben, ca. drei Esslöffel Mineralwasser (oder Leitungswasser) dazugeben und verrühren. Die Paste dann auf die verschmutzen Stellen streichen und ca. eine halbe Stunde einwirken lassen. Danach mit feuchtem Spülschwamm abwischen.

Fliesen reinigen
Ablagerungen in den Fugen von Fliesen bekommt man mit etwas Backpulver auf einem Schwamm oder einer Zahnbürste wieder sauber.

DrOetkerBackpulverAngebrannte Kochtöpfe und Pfannen reinigen
Je nach Verschmutzungsgrad eine halbe oder eine Tüte Backpulver und etwas Wasser in den Kochtopf geben, über Nacht offen stehen lassen und einwirken lassen, danach sollte sich der Top mit Schwamm und Wasser leicht reinigen lassen.

Flecken lösen
Ein Fettflecken auf dem Lieblingshemd oder T-Shirt, der auch nach der Wäsche nicht komplett rausgegangen ist? Einfach etwas Backpulver auf die entsprechende Stelle streuen und mit dem Bügeleisen einbügeln. Bei der nächsten Wäsche dann noch mal mitwaschen.

Wäsche weißer waschen
Backpulver kann sogar der Wäsche zugegeben werden. Vergilbte Hemdkragen oder Flecken können mit etwas Backpulver und Wasser auf den entsprechenden Stellen vorbehandelt werden. Etwa eine Stunde einwirken lassen.

Abfluss reinigen
Wenn der Abfluss verstopft ist, reichen oft ein Tütchen Backpulver und etwas Essig. Das Backpulver in den trockenen Abfluss geben und eine halbe Tasse Essig hinterhergießen. Es kommt zu einer chemischen Reaktion, bei der es kräftig schäumt, und nach ein paar Minuten kann man den Abfluss mit warmem Wasser klarspülen.

Etiketten lösen
Hartnäckige Klebeetiketten bekommt man mit Wasser und etwas Backpulver abgelöst.

Last but not least
Selbst in Müllverbrennungsanlagen wie in Weisweiler wird Backpulver als „Waschmittel“ für das Auswaschen von Schwefel und Chlor in den Verbrennungsgasen genutzt – es treibt einen großen Teil der Schadstoffe aus.

Foto Marmorkuchen: Thomas Högner, Maximilian Högner
Quellen: www.smarticular.net, www.frag-mutti.de

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