Alte Bekannte und neue Helden

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40 Jahre Playmobil im Limburgs Museum in Venlo

Wenn Schimpansen bei bester Laune am Strand Karten spielen und gleich nebenan das nächste Piratenschiff gekapert wird, befindet man sich mittendrin in einem abenteuerlich gestalteten Szenario der derzeitigen Playmobil-Wanderausstellung im Limburgs Museum Venlo (NL).
Die wohl bekanntesten Spielzeugfiguren von gestern und heute kann man dort noch bis zum 27. August 2017 bestaunen und anfassen. Eine Abenteuerreise durch die Zeit zeigt ihre bis in die 70er Jahre zurückreichende Entwicklung des Spielzeugherstellers geobra Brandstätter in beeindruckender Atmosphäre. An verschieden Stellen werden Kinder und Erwachsene von lebensgroßen Playmobil-Spielkameraden der 1974 ins Leben gerufenen Figur begrüßt. In der ganzen Ausstellung lassen davon fast 50 Stück Kinderaugen leuchten – Anfassen erlaubt.

Kurzer Blick in die Anfänge der Spielzeugproduktion:

Der Produktentwickler Hans Beck gilt als Vater der Kunststoff-Figuren. Er kreierte vor 40 Jahren die ersten Indianer, Ritter und Bauarbeiter als neuartiges Spielzeug für Kinder. Leider waren nur wenige Abnehmer aus der Spielzeugbranche davon überzeugt und so sah es zunächst nach einem Flop aus. Doch ein Niederländer erteilte der Firma 1974 nach einer Spielzeugmesse den ersten Großauftrag, mit dem alle Hürden gebrochen wurden. Das bescherte dem Unternehmen einen riesigen Erfolg und in den Folgejahren einen stetigen Aufstieg.

Der Rundgang:

In großen Vitrinen und Schaukästen zeigt sich das Spielzeug der Firma geobra Brandstätter aus Bayern, welches wohl in keinem Haushalt mit Kindern fehlt, von den ersten Produkten der 70er Jahre bis zu immer realistischeren, detailverliebten Spielwelten mit allem, was dazugehört. Beeindruckende Landschaften stellen sowohl römische Legionen, Indianer und Cowboys im Wilden Westen, Piraten auf hoher See und im geheimen Seeräubernest sowie umkämpfte Ritterburgen als auch Straßenbauarbeiter, Polizisten, Feuerwehrleute oder Minenarbeiter unter Tage dar.

Die einzigartige Wanderausstellung wurde 2013 vom Historischen Museum der Pfalz geplant und legt sehr großen Wert darauf, den Besuchern die Entwicklung der Figuren und ihre kontinuierliche Anpassung an den Zeitgeist von den Anfängen bis heute nahezubringen. Aus der Playmobil-Sammlerszene wurden Teile von Sammlungen zur Verfügung gestellt, die die Wandlung und Individualisierung einzelner Charaktere verdeutlichen. Konnten die Figuren z. B. am Anfang noch sehr durch die Kinder, die mit ihnen spielten, selbst gestaltet werden, erhielten sie ab den 80er Jahren schon vom Werk aus einen deutlicheren Charakter und dadurch etwas weniger Wandelbarkeit, aber mehr Realitätsnähe. Auf übersichtlichen Texttafeln in Niederländisch und Deutsch lässt sich die Einführung neuer Themen wie Urlaub, Flughafen, Schiffsverkehr, Steinzeit oder Pharaonen mit den jeweiligen Jahreszahlen und einer leicht verständlichen Erklärung genau nachvollziehen.

Wer den Kids zeigen möchte, auf welche Weise die nötigen Kunststoffeinzelteile wie Körperteile, Kleidung, Haare, Waffen, Lampen, Werkzeuge und vieles mehr überhaupt entstehen, kommt auch auf seine Kosten. Das Verfahren des Kunststoffspritzgusses, welches zur Herstellung von Playmobil-Spielzeugen nötig ist, wird mit einer Miniaturmaschine und Schautafeln eindrucksvoll erklärt. Die Maschine produziert durchlaufend kleine, im Dunkeln leuchtende Miniaturmäuse, die man auch mit nach Hause nehmen kann. Kinder, die einfach nur spielen wollen, können sich an einzelnen Inseln mit ganz vielen Bauteilen aus verschiedenen Playmobil-Themen ihre eigene Welt zusammenbauen. Mitten im Geschehen wartet sogar ein riesiger feuerspeiender Drache aus der Playmobil-Fantasy-Welt auf die staunenden Kids.
In einer Werkstattecke gibt es am Schluss noch einmal die Möglichkeit, gemeinsam mit den Eltern an verschiedenen Kulissen mittels Kamerahalterungen für das eigene Smartphone kurze Filme aus der Playmobil-Welt zu drehen.

Die Wanderausstellung in einem Teilbereich des Limburgs Museum begeistert Kinder und ist auch für Erwachsene aufgrund der ausführlich dargestellten Historie sehr interessant. So trifft man auf der Rundreise auf viele alte Bekannte aus dem früheren Kinderzimmer.
„40 Jahre Playmobil – Eine Abenteuerreise durch die Zeit“ steht auch für Gruppen und Schulklassen zur Verfügung.
Das historische Museum in Venlo ist auf jeden Fall einen Wochenendausflug mit der Familie wert. Neben der Playmobil-Wanderausstellung befindet sich im eigentlichen Hauptteil reichlich Sehenswertes aus der Region. Die unterschiedlichen Dauerausstellungen zeigen Ausgrabungen und Funde aus der prähistorischen Zeit, der Römerzeit und dem Mittelalter. Dabei ist bemerkenswert, dass jeder Bereich spannende Kulissen wie Geheimgänge und Burgen oder Wissensspiele sowie Filme für Kinder zum jeweiligen Thema bereithält. Gelangweilte Kinder: Fehlanzeige.

Weitere Infos:
www.limburgsmuseum.nl/de/ausstellung/40-jahre-playmobil/

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 11:00 bis 17:00 Uhr

Eintrittspreise:
Kinder von 4 bis 17 Jahren: 7 Euro
Erwachsene ab 18 Jahren: 11 Euro

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