„Aachen fairwertet“ – Kleiderspenden kommen direkt bei Bedürftigen an

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Was passiert eigentlich mit den Kleidern, die ich mit der guten Absicht anderen zu helfen in einen Container werfe? Kommt diese Kleidung wirklich einem guten Zweck zu oder werden sie eher geschreddert und in ferne Länder exportiert?

Das hat sich auch Laila Vannahme gefragt und festgestellt, dass die kommerziellen Anbieter von Kleidersammelcontainern, gewinnorientiert arbeiten, so wie jede andere Firma auch. Vannahme, Vorstandsmitglied im Regionalen Pastoralrat, war mit dieser Art der kommerziellen Verwertung nicht einverstanden und so war die Idee geboren, Container aufzustellen, die sehr wohl dem guten Zweck dienen. Zusammen mit Holger Brantin, Sprecher des Katholikenrats der Region Aachen-Stadt, rief sie „Aachen fairwertet“ ins Leben. Ganz schnell konnten Alois Poquett, Geschäftsführer des WABE e.V., Ludwig May, Stadtgeschäftsführer der Malteser Aachen, der leitende Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Aachen, Redmer Studemund und der katholische Pfarrer und Leiter des GdG Aachen, Markus Frohn, ins Boot geholt werden. Sie alle waren engagiert dabei, als es darum ging, Container aufzustellen, die wirklich einen guten Zweck erfüllen und in keiner Weise dem Kommerz unterliegen. Alle Kleider, die verwertet werden können, werden an Bedürftige in der Region gespendet. Alle Einnahmen aus den nicht verwertbaren Kleidern, kommen den Bedürftigen als Geldspenden zu Gute. Die schon bestehenden Kleidersammelcontainer der beteiligten Organisationen wurden mit einem Aufkleber versehen, so dass klar erkennbar ist, dass es sich um einen Container der „Aachen fairwertet“-Organisation ist.

„Uns ist außerdem die Transparenz ganz wichtig. Der Spender will natürlich auch wissen, wo seine gespendete Kleidung hingeht“, so Vannahme. An den Containern wird Infomaterial bereit stehen und auch auf der Internetseite www.aachen-fairwertet.de kann man sich darüber informieren, was mit der gespendeten Kleidung eigentlich passiert. Bis Sommer sollen insgesamt 40 Container bereit stehen, die dann auch im Design von „aachen fairwertet“ erstrahlen. „Diese Zahl ist jetzt erstmal unser Ziel, was aber nicht heißt, dass dann Schluss ist. Wir wollen langfristig natürlich weiter aufstocken“, erklärt die Initiatorin Vannahme.

Für Alois Poquett sind es drei Dinge, die die Container so wichtig machen. „Zum einen können wir mit diesen Containern die Menge des Abfalls ein wenig reduzieren, dann werden natürlich auch Arbeitsplätze generiert. Es gibt dann Mitarbeiter, die die Kleidung waschen und sortieren. Gerade im Bezug auf Langzeitarbeitslose eine gute Sache und wir können durch die Transparenz den Bezug zum Geber herstellen.“

In den letzten Jahren sind die Zahlen der aufgestellten Container durch die Malteser, die KAB (Katholische Arbeitnehmer Bewegung) und der WABe, stark zurück gegangen. Ludwig May betont die Wichtigkeit des neuen Verbundes: „Durch den Rückgang der Kleiderspenden, sind einige Einrichtungen der Malteser bedroht.“ Für den Pfarrer Markus Frohn ist vor allem wichtig: „Wir machen mit den Containern keinen Gewinn. Wir setzen damit ein Zeichen der Solidarität.“

Schon 22 Container sind im Stadtgebiet Aachen verteilt, die den neuen Aufkleber tragen. Die Standorte und alle weiteren Informationen findet man auf der Internetseite. Zurzeit stehen die meisten Container auf kirchlichen und privaten Plätzen. Aber auch bei REWE Stenten, am Krugenofen, sind Container zu finden. Jeder kann einen Platz auf einem privaten Grundstück für einen Containers zur Verfügung stellen!

Die Initiative war nötig geworden, nachdem die Stadt Aachen das Aufstellen von Containern neu ausgeschrieben hatte und einem externen kommerziellen Betreiber nach einem Losverfahren 2016 den Vorzug gegeben hat.

Alle Fragen dazu beantwortet:
Martin Pier, Büro der Regionaldekane Aachen
0241 4790134
martin.pier@bistum-aachen.de
www.aachen-fairwertet.de

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